Religiöses Mobbing an Grundschule: Jetzt findet der Schulleiter deutliche Worte
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Religiöses Mobbing an Grundschule: Schulleiter meldet sich zu Wort

Von Fred Eilig
Letzte Änderung

Der Fall religiösen Mobbings an der Berliner Paul-Simmel-Grundschule erregte in ganz Deutschland Aufsehen. Jetzt meldet sich der Schulleiter selbst zu Wort.

Ein muslimischer Mitschüler hatte einem jüdischen Mädchen mit dem Tod gedroht „weil es nicht an Allah glaubt“. Bisher hatte der Schulleiter Thomas Albrecht diesen Fall als Einzelfall bezeichnet und das Ganze aus Sicht von Beobachtern verharmlosend dargestellt. Noch vor wenigen Tagen hatte er der Bild-Zeitung gesagt, dass die Aufregung übertrieben und ein Eindruck entstanden sei, der nicht der Wahrheit entspreche.

Nun entschuldigt sich Albrecht in einem Schreiben dafür, den Vorfall heruntergespielt zu haben. Zudem spricht er von mehreren Tätern und Antisemitismus-Opfern, bezeichnet die Taten seiner Schüler als „menschenverachtend“. Zudem führt er noch weitere Beispiele an, in denen Kinder von ihren Mitschülern bedroht worden seien. Einem Kind sei demnach prophezeit worden sein, „in der Hölle zu verbrennen“, weil es nicht an Allah glaube. Einem anderen Kind sollen aus dem selben Grund Schläge und sogar der Tod angedroht worden sein - der Junge habe sogar bereits versucht, andere Mitschüler für diese Tat zu gewinnen.

Albrecht entschuldigt sich in seinem Schreiben für die Vorfälle: „Es tut mir außerordentlich leid, was unseren Schülern widerfahren ist.“ Er führt an, dass er nach den Ferien die Geschehnisse zusammen mit seinen Schülern aufarbeiten wolle. In Projekten soll den Kindern dabei bewusst gemacht werden, dass ein solches Verhalten an der Schule nicht geduldet werde. Die Schulleitung erklärt: „Menschenverachtende Vorgänge wie oben beschrieben gehören nicht in unsere Schule, nicht in unsere Gesellschaft und wir verurteilen diese Vorfälle.“


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