Wahlbeteiligung erreicht Rekordtief: Frankreichs Spitzenparteien stürzen ab

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen tritt im nächsten Jahr gegen Emmanuel Macron bei den Präsidentschaftswahlen an. Die diesjährigen Regionalwahlen fallen für beide eher enttäuschend aus.

Rekordtief bei Wahlbeteiligung in Frankreich: Enttäuschendes Ergebnis für Macron und Le Pen
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Die diesjährigen Regional- und Départementswahlen in Frankreich, die zeitgleich am Sonntag, den 20. Juni 2021 stattfinden, fallen nicht nur für die rechtsextreme Partei schlecht aus.

Schlechtes Ergebnis für Le Pen und Macron

Die Partei Rassemblement National hatte auf den Sieg gehofft, der ein gutes Omen für die Präsidentschaftswahl 2022 bedeutet hätte, bei der Marine Le Pen wieder antreten will.

Doch obwohl die rechtspopulistische Partei direkt nach dem bürgerlich-konservativen Lager mit ca. 19 % auf dem zweiten Platz liegt, geht die Partei sichtlich geschwächt aus dem Rennen.

Für die noch relativ junge Partei La République en marche, die Staatschef Emmanuel Macron anführt, läuft es noch schlechter. Sie erreichen nur knapp mehr als 10 %. In den Regionen Frankreich ist die Partei noch nicht ausreichend verwurzelt.

Historisches Tief bei Wahlbeteiligung

Le Pen sucht die Schuld für die schlechten Ergebnisse bei der Wahlbeteiligung, die in diesem Jahr bei 31 bis 34 % liegt und somit ein neues Rekordtief erreicht.

Dieses "staatsbürgerliche Desaster", wie es es nennt, ist womöglich die Folge der Corona-Krise, von der auch Frankreich stark betroffen war und wegen der die Wahl auch um drei Monate verschoben werden musste.

Die Wahlberechtigung bei den letzten Regionalwahlen vor sechs Jahren wurden hat ungefähr die Hälfte der Bevölkerung wahrgenommen. Die zweite Wahlrunde findet am 27. Juni statt.

Keine zu schnellen Schlüsse ziehen

Die Wahlen bestimmen die Ratsvertreter in 13 zentralfranzösischen Regionen sowie in 95 Départements für die folgenden sechs Jahre. Der Fernsehsender France 2 gibt in der Nacht zum Montag die Ergebnisse der Hochrechnungen bekannt.

Die Regionalwahlen gelten als bedeutender Stimmungstest, um den Neigungen der französischen Bevölkerung auf den Zahn zu fühlen. Dennoch ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.