Umweltverschmutzung: Es regnet Plastik in den Alpen!

Umweltverschmutzung: Es regnet Plastik in den Alpen!

Eine Studie zeigt, dass Plastikpartikel mit dem Wind transportiert werden und mit Niederschlägen auf den Boden Fallen. Das gilt vor allem für Schnee in Bergregionen.

Auf Skipisten sind die weißen Flocken nicht immer das, was ihr glaubt. Eine Studie, die Mittwoch in der amerikanischen Zeitschrift Science Advances erschienen ist, hat gezeigt, dass mikroskopische Plastikpartikel über große Distanzen hinweg mit dem Wind durch die Atmosphäre transportiert werden können. Sie gelangen dann mit Niederschlägen (vor allem Schnee) auf den Boden.

Der Wind transportiert das Plastik...

Wir wussten ja schon, dass Millionen Tonnen Plastikmüll auf den Flüssen und Ozeanen treiben, die sich unter dem Einfluss der Wellen und der ultravioletten Anteile der Sonnenstrahlen nach und nach in immer kleinere Fragmente zersetzen. Nun hat sich herausgestellt, dass mikroskopische Plastikpartikel mit dem Wind transportiert werden und mit dem Schnee auf den Boden gelangen. Diese Entdeckung könnte gesundheitliche Risiken nach sich ziehen – sowohl für Menschen, als auch für Tiere.

...und mit dem Schnee fällt es auf den Boden

Mélanie Bergmann, Forscherin am Alfred Wegemer-Institut und Autorin der Studie, erklärt, dass eine Technik, die auf Infrarot-Aufnahmen basiert, verwendet wurde, um Proben zu analysieren, die zwischen 2015 und 2017 aus Treibeis in der Meerenge Fram in Grönland entnommen wurden. Diese Proben wurden dann mit anderen verglichen, die aus den Schweizer Alpen und Bremen stammten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Konzentration von Mikropartikeln in der Arktis zwar deutlich geringer war als an den Orten in Europa, aber immer noch sehr hoch.

Welche Gefahren gibt es für den Menschen und die Tiere?

Nun müssen wir noch herausfinden, wie gefährlich diese Plastikpartikel sind, die weniger als fünf Millimeter lang sind und weit von ihrem Produktionsort entfernt durch Niederschläge, insbesondere Schnee, auf den Boden gelangen. Unerforscht ist auch noch, wie viel davon wir tatsächlich einatmen.

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„Nachdem wir nun herausgefunden haben, dass auch große Mengen Mikroplastik durch die Luft transportiert werden können, stellt sich jetzt natürlich die Frage, ob und in welchen Mengen wir sie einatmen“, erklärt die Wissenschaftlerin. Diese dringenden Nachforschungen werden angestellt, um die Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier in den betreffenden Gebieten zu bewerten. Denn der Klimawandel hat auf allen Ebenen Einfluss, wie erst kürzlich unser Bericht zur Permafrostschmelze gezeigt hat.

Von der Redaktion
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