Ein ungelöster Krimi: "Havanna-Syndrom" jetzt auch bei US-Diplomaten in Berlin

Das sogenannte Havanna-Syndrom stellt die USA vor ein großes Rätsel. Bereits seit über fünf Jahren sind US-amerikanische Diplomaten auf der ganzen Welt betroffen. Nun werden auch Fälle in Deutschland bekannt.

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Mindestens zwei US-Beamte, die in Deutschland stationiert sind, begeben sich in ärztliche Behandlung, nachdem sie Symptome des Havanna-Syndrom entwickelt haben.

Havanna-Syndrom: Ein Mysterium

Der Name des "Havanna-Syndroms" rührt daher, dass die Krankheit zum ersten Mal vor fünf Jahren bei US-Beamten in Kuba auftritt. Dabei können die Betroffenen unter Übelkeit, starken Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Trägheit leiden.

Eine Theorie vermutet, dass elektromagnetische Strahlung gezielt gegen diese Personen eingesetzt wurde. In dieser Theorie ist Russland der Hauptverdächtige.

Bei einigen Opfern handelt es sich um Geheimdienstmitarbeiter oder Diplomaten, die sich mit russlandbezogenen Themen wie Gasexporten, Cybersicherheit und politischer Einmischung befassen.

Jetzt auch US-Diplomaten in Berlin

Über 100 Diplomat:innen und Geheimdienstmitarbeitende sind weltweit betroffen. Dieses Mal ist es aber laut dem Wall Street Journal das erste Mal, dass diese Krankheitssymptome in einem NATO-Land gemeldet werden, in dem US-Truppen und Atomwaffen stationiert sind.

US-Diplomaten zufolge hat es bereits ähnliche Vorfälle bei amerikanischen Beamten in anderen europäischen Ländern gegeben. Nähere Einzelheiten sind allerdings nicht bekannt.

Wie die NBC berichtet, sind nun auch mindestens zwei Fälle des Havanna-Syndroms in Berlin bekannt geworden. Das Ausmaß ist größer, als es auf den ersten Blick scheint.

Familienangehörige betroffen

Die vermeintliche "Beschallung" sei nicht am Arbeitsplatz geschehen, sondern in den Wohnungen der betroffenen Personen, wodurch auch deren Familienmitglieder erkrankten.

Laut Informationen der BILD arbeiten die beiden betroffenen Personen in der Abwehr russischer Cyber-Angriffe sowie der Vereitlung russischer Pläne rund um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2.

Die weibliche Angestellte, die mittlerweile ins Militärkrankenhaus Walter Reed National Military Medical Center bei Washington, D.C. eingeliefert wurde, spricht mit dem Wall Street Journal.

Ihre Ärzte sollen eine Hirnverletzung, festgestellt haben, die "mit Schockwellen von Explosionen“ vergleichbar sind. Sie selbst hält einen russischen Angriff für möglich.