Drosten stellt "größtes deutsches Problem" in der Pandemie fest

Warum bekommt Deutschland die Corona-Pandemie noch immer nicht in den Griff. Virologe Christian Drosten stellt ein Problem klar in den Vordergrund.

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Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen schellen zurzeit wieder in beunruhigende Höhen und so melden sich auch wieder zahlreiche Expert:innen zu Wort, so auch Virologe Christian Drosten.

Fokus auf Drittimpfungen, doch es gibt eine andere Priorität

Während es die Politik zurzeit für Ungeimpfte immer unangenehmer macht, wird der Fokus auf die Drittimpfung gelegt. Trotz Stiko-Empfehlungen werden die Booster-Impfungen in Berlin beispielsweise bereits großflächig angeboten und nicht nur bestimmten Personengruppen (über 70 Jahre, Berufsgruppen und Risikopatient:innen).

Doch für Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité ist ein Problem in Deutschland von Priorität: die Impflücke schließen, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Auf Twitter schreibt der Experte:

Wir müssen mit allerhöchster Priorität die Impflücke schließen.

Spanien und Großbritannien mit höherer Impfquote

So vergleicht Drosten die Situation in Deutschland mit der in Spanien. Bezüglich der Impfrate liegt Spanien vor Deutschland mit 81,4 Prozent gegen 69,4 Prozent, so der Kölner Stadt-Anzeiger.

Die Zahlen bezüglich Corona-Infektionen seien dort zurzeit viel geringer, nicht alle Maßnahmen sind aufgehoben worden und es ist zudem auch noch nicht so kalt wie hierzulande.

Das zurzeit größte Problem von Deutschland ist somit die Impflücke, die am gewichtigsten ist. Drosten analysiert in diesem Zusammenhang auch das Corona-Geschehen in Großbritannien.

Dort ist die Impfquote auch höher als in Deutschland mit 73,7 Prozent, doch hat das Vereinigte Königreich auch mehr Genesene und Verstorbene zu verbuchen. Trotzdem betont Drosten die Wichtigkeit der Impfquote:

Eine Beruhigung in UK rückt nun langsam in Reichweite. Dies zu erreichen würde uns wohl eine ähnliche Zahl an Verstorbenen kosten. Einzige Alternative ist das Schließen der Impflücke.