"Die gefährlichste Ware der Welt": In den USA boomt der illegale Handel mit Einweghandschuhen

Die Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor immer neue Hürden. Ob es darum geht, eigene individuelle Belange vor das Gemeinwohl zu stellen oder auf Kosten der Gesundheit anderer Geld zu machen - die Pandemie führt uns einige unschöne Ausprägungen unserer kapitalistischen Gesellschaft vor Augen.

"Die gefährlichste Ware der Welt": In den USA boomt der illegale Handel mit Einweghandschuhen
Weiterlesen
Weiterlesen

Man hätte meinen können, dass in Zusammenhang mit der Corona-Krise schon alles da gewesen ist - Ärzt:innen, die Salzwasser statt den Corona-Impfstoff verabreichen; Fälschungen von dem meistgeimpften Impfstoff und der illegale Handel mit Medikamenten und Atmungsgeräten.

Illegaler Handel mit verschmutzten Plastikhandschuhen

Doch skrupellose Profiteure haben sich eine neue Methode ausgedacht, um auf Kosten der Gesundheit zahlreicher Menschen möglichst schnell viel Geld zu machen. Wie CNN berichtet, sind Millionen minderwertige Plastikhandschuhe in die USA gelangt.

Kriminelle haben zahlreiche gebrauchte Einweghandschuhe gesammelt, diese von Wanderarbeiter:innen in Thailand waschen und trocknen lassen und verkaufen die gebrauchten Handschuhe als neue in die USA.

Wütende Anrufe von Kund:innen

Ein US-Unternehmen soll schon im Februar und März zwei US-Bundesbehörden darüber unterrichtet haben. Das US-Unternehmen hat laut der Recherche der CNN-Journalist:innen eindeutig schmutzige Handschuhe von einer thailändischen Firma geliefert bekommen.

Tarek Kirschen, Geschäftsmann aus Miami, sagt gegenüber CNN, dass er die Handschuhe ungesehen weiterverkauft habe. Nachdem er wütende Anrufe von seinen Kund:innen erhält, sichtet er die zweite Lieferung persönlich.

US-Aufsichtsbehörde hat "eine Reihe von Maßnahmen ergriffen"

Ich wollte meinen Augen nicht trauen. Das waren gebrauchte Handschuhe. Manche waren dreckig, auf manchen waren Blutflecken. Auf manchen standen Daten von vor zwei Jahren.

Kirschen erstattet seinen Kund:innen selbstverständlich das Geld zurück. Außerdem zerstört er die restlichen Handschuhe und informiert die US-Aufsichtsbehörde FDA. Diese sagt gegenüber CNN, dass sie zu Einzelfällen nichts sagen könne, sie habe aber "eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um diejenigen, die nicht zugelassene Produkte verkaufen, ausfindig zu machen und zu stoppen."

Weitere Infos zum illegalen Handel mit Nitrilhandschuhen im Video.

Zum 20. Jahrestag des 11. September: Zahl der Toten mindestens doppelt so hoch als angenommen Zum 20. Jahrestag des 11. September: Zahl der Toten mindestens doppelt so hoch als angenommen