Chakriwat Vivacharawongse © Facebook
Veröffentlicht am 29/09/2026 um 13:30 von der Redaktion

Thailands Königssohn braucht OP wegen zwei Gehirntumoren

Chakriwat Vivacharawongse, der Sohn des Königs von Thailand, kämpft aktuell um seine Gesundheit. Zwei Gehirntumoren bringen sein Leben in akute Gefahr. Was bedeutet das für ihn und seine Familie?

Die Nachricht sorgte für Schlagzeilen: Chakriwat Vivacharawongse, 43 Jahre alt und Sohn von König Rama X (74), liegt nicht in seiner Heimat, sondern im Nachbarland Malaysia auf der Intensivstation. Dort wird er seit mittlerweile drei Tagen überwacht, nachdem bei ihm nach eigenen Angaben starke Anzeichen einer gefährlichen Entzündung im Gehirn festgestellt wurden. Eine dringende neurochirurgische Operation steht bevor, die von Experten als besonders kompliziert eingeschätzt wird.

Ein schwieriger Kampf gegen den eigenen Körper

Chakriwat hat seine Situation selbst öffentlich gemacht. Auf seinem offiziellen Facebook-Konto berichtet er, dass die Ärzte zwei große Tumoren an seinem Gehirn diagnostiziert haben. Die Symptome, die ihn in die Klinik brachten, waren deutlich: Verwirrtheit, extreme Erschöpfung, Schwierigkeiten beim Essen und starker Bluthochdruck. Dazu kam ein durch einen drastisch erhöhten Schädelinnendruck verursachtes Unwohlsein. Für Chakriwat steht fest: Wird die Operation hinausgezögert, könnten schwerwiegende und möglicherweise lebensbedrohliche Folgen drohen, etwa eine bleibende Bettlägerigkeit.

Medizinisch betrachtet ist die Situation besonders kritisch. Eine akute Entzündung im Kopf, wie sie bei ihm festgestellt wurde, bedeutet, dass sich der Allgemeinzustand rasch verschlechtern kann. Gerade bei Tumoren im Gehirn, die Druck auf wichtige Areale ausüben, zählt häufig jede Minute. Die Ärzte in Malaysia kontrollieren permanent seine Werte, um sofort reagieren zu können, sollte sich sein Zustand weiter verschlechtern.

Ungewöhnlich ist auch der Ort der Behandlung: Chakriwat wird nicht in Thailand, sondern in Malaysia behandelt. Die Familie ist zerrissen, ein Großteil der Öffentlichkeit in der Heimat bekommt die Entwicklung nur aus der Ferne mit. Der Alltag auf der Intensivstation ist nervenaufreibend – voraussichtlich steht eine langwierige Erholungsphase an, sollte der Eingriff gelingen.

Das schwere Erbe der Krankheit

Bereits als 13-Jähriger wurde bei Chakriwat die seltene genetische Erkrankung Neurofibromatose Typ 2 festgestellt. Diese Krankheit führt dazu, dass sich Tumoren an Nerven, im Gehirn und am Rückenmark bilden können. Die Diagnose veränderte sein Leben grundlegend. Bis heute musste er sich insgesamt zehn Operationen unterziehen, um die Folgen seiner Erkrankung einzudämmen, jedes Mal in der Hoffnung, die nächste Hürde zu meistern und neue Lebensqualität zu gewinnen.

Trotz der Belastungen seiner Erkrankung ist Chakriwat nicht verstummt – im Gegenteil: Er hat das Chakriwat Medical Information Center gegründet, um anderen Menschen medizinisches Wissen zugänglich zu machen. Dort teilt er seine Erfahrungen und klärt Erkrankte und deren Angehörige über Therapieoptionen, Risiken und neue Forschungsergebnisse auf. Sein Mut, offen über seine Krankheit zu sprechen, macht ihm viele Hoffnungsträger in der Region. Auf Social Media suchen Menschen Rückhalt und Rat, und oft antwortet er persönlich, wann immer es seine Gesundheit erlaubt.

Was seine neuesten Beschwerden auslöste, war eine "starke Entzündung im Gehirn", dazu kamen alte und neue Symptome. Weil er unter einer seltenen Erbkrankheit leidet, weiß er selbst wohl besser als die meisten, wie entscheidend schnelles Handeln ist. Seine Situation sei riskant, sagt sein Umfeld, doch Hoffnung besteht immer, solange Operationen möglich sind.

Familiengeschichte mit Brüchen

Sein familiärer Hintergrund ist komplex und von Brüchen geprägt. Seit 1996 lebt Chakriwat nicht mehr in Thailand. Nach der Scheidung seiner Eltern wurde ihm sowie drei seiner Brüder der königliche Status aberkannt. Seitdem ist es ihnen verboten, ins Königreich zurückzukehren – eine Regelung, die bis heute Bestand hat und seine Isolation verstärkt. Besonders betroffen machte dies viele seiner Unterstützer, während seine Schwester Sirivannavari (39) nach Jahren der Unsicherheit ihren Platz im Königshaus zurückerhielt.

Die Schicksalsschläge haben Chakriwat zu einer öffentlichen Figur gemacht, die zwischen zwei Welten lebt: der alten Heimat Thailand, in die er derzeit nicht zurückdarf, und jenem Land, das ihm medizinisch nun zur Seite steht. Während sein Vater, König Rama X, weiter das Land regiert, kämpfen Sohn und Familie „im Exil“ um eine eigene Zukunft, geprägt von Krankheit, Hoffnung – und dem Wunsch, irgendwann wieder Heimat erleben zu dürfen.

Obwohl er keinen offiziellen Titel mehr trägt, bleibt seine Verbindung zur thailändischen Königsfamilie unübersehbar. Die Geschichte von Chakriwat ist auch eine über Loyalität, Verlust und die besondere Verbindung zwischen persönlichen Krisen und großen gesellschaftlichen Fragen, wenn es um Monarchie, Gesundheitssysteme und das Miteinander in Südostasien geht.

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Thailands Königssohn braucht OP wegen zwei Gehirntumoren

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