Angst vor der Todesstrafe: LGBTQIA+-Personen leben in ständiger Gefahr in Afghanistan

Mitte August haben die Taliban in Afghanistan die Macht erneut an sich gerissen. Möglich wurde dies, da die USA nach Jahrzehnten der Interventionen beschloss, sämtliche Truppen abzuziehen. Jetzt leiden vor allem Frauen und Menschen der LGBTQIA+-Community unter dem Regime.

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Im August, als die Taliban die Macht an sich reißen, wollen viele Afghanen und Afghaninnen nur noch eines: Raus aus Afghanistan. Die Angst um ihr Leben und vor der Verletzung ihrer Menschenrechte ist so groß, dass zahlreiche Zivilist:innen sich in ihrer Verzweiflung an die Flugzeuge klammerten, um aus dem Land zu kommen.

Angst um ihr Leben

Seit diesen Bildern sind einige Woche vergangen. Afghanistan ist nicht mehr DAS Thema in den westlichen Medien. Was zurück und vergessen bleibt, sind jene Menschen, die aufgrund ihrer Sexualität und ihres Geschlechts um ihr Leben fürchten müssen.

In einer Reportage berichtet DW.com von zwei queeren Personen, die es nicht aus dem Land geschafft haben und jetzt aufgrund ihrer Sexualität um ihr Leben fürchten: Danish, ein Transgender-Mann lebt wochenlang versteckt und ohne direkten menschlichen Kontakt - ihm droht unter den Taliban die Todesstrafe.

Vorbereitet auf die Taliban?

Im Gegensatz zu seinem guten Freund Danish, glaubt Khalid, dass er auf die Machtübernahme vorbereitet ist. Während die Taliban Richtung Kabul vorrücken, beginnt er sich in traditionales afghanisches Gewand zu kleiden und sogar seinen Bart wachsen zu lassen - seit Ankunft der Taliban bleibt ihm auch gar nichts anderes übrig, denn jetzt herrscht ein Bart-Schneide-Verbot.

Am 15. August, dem Tag, an dem die Taliban einmarschieren, geht er auf die Straße, um Besorgungen zu machen. Doch seine Vorsichtsmaßnahmen sind fruchtlos. Mitten auf der Straße wird er von einem Taliban mit einem Plastikrohr niedergestreckt: "Warum hast du so einen weiblichen Gang? Weißt du nicht, wie man richtig läuft?"

Im Video verraten wir euch, wie es den beiden Freunden, deren Namen zu ihrer eigenen Sicherheit geändert wurden, heute geht.