Medizinischer Durchbruch: Nie war Prostata-Krebsvorsorge so einfach
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Medizinischer Durchbruch: Nie war Prostata-Krebsvorsorge so einfach

Das französische Forschungszentrum Institut Curie hat jetzt die Finanzierung für einen Urintest zur Prostatakrebs-Früherkennung bewilligt bekommen. Dieser Test ermöglicht es, das Genmaterial direkt anhand des Urins auf Spuren dieser Krankheit zu untersuchen.

"Prostator" im Kampf gegen den Krebs

Im Jahr 1921 gründet die berühmte Wissenschaftlerin Marie Curie das französische Forschungszentrum Institut Curie, das sich seither an unzähligen Forschungsprojekten in den Bereichen Physik, Chemie, Biologie und Radiologie beteiligt. Die Forschungsarbeiten dieser Stiftung haben zum Ziel, die Funktionsweise von Krebs besser zu verstehen, um ihn frühestmöglich entdecken und behandeln zu können.

Nicht selten führen die Forschungen zu vielversprechenden Ergebnissen, wie auch im Falle des Projekts „Prostator". Hierbei handelt es sich um ein neues Testverfahren zur Früherkennung von Prostatakrebs, dessen Besonderheit darin besteht, dass es lediglich eines simplen Urintests bedarf.

Eine Alternative zur bisher verfügbaren teuren und invasiven Methode

Prostatakrebs zählt mit 400.000 Krankheits- und 92.000 Todesfällen pro Jahr in Europa zu den meist verbreiteten Krebsarten. Die Krebsart entwickelt sich sehr langsam und tritt vor allem im fortgeschrittenen Alter auf. Auch übergroße Hoden könnten ein Anzeichen dafür sein.

Wie bei allen Krebsarten gilt auch hierbei: Je eher er entdeckt wird, desto besser kann er behandelt werden. Doch das Diagnoseverfahren ist in diesem Falle für den Patienten recht unangenehm: Zunächst wird ihm Blut abgenommen und anschließend muss die Prostata von einem Arzt abgetastet werden.

Da diese beiden Methoden nicht ausreichend vertrauenswürdig sind, führt man meist eine Biopsie durch: Ein Eingriff, bei dem mit einer Nadel acht bis zehn kleine Gewebeproben aus der Prostata entnommen werden. Meist wird die Operation ohne Vollnarkose durchgeführt und dauert nicht länger als 20 Minuten. Von 100 Männern, bei denen diese Biopsie durchgeführt wird, sind durchschnittlich 45 positiv und 10 bekommen aufgrund der Untersuchung eine Infektion der Prostata.

Aus diesem Grund suchen die Wissenschaftler nach einer einfacheren Möglichkeit, den Test durchzuführen, auch um zu verhindern, dass eine Biopsie unnötigerweise durchgeführt wird. Jetzt bekommt die Stiftung für dieses Bestreben finanzielle Unterstützung vom Europäischen Forschungsrat.

Funktionsweise des Tests

Mithilfe eines neuen Algorithmus erhofft sich das Forschungsteam von Antoine Morillon, das Genom ganz genau untersuchen zu können, um so kleinste Anzeichen von Prostatakrebs zu erkennen. Mit dieser neuen Methode möchte man für die Patienten einen simplen Urintest zur Früherkennung von Prostatakrebs entwickeln. Mit diesem könnte man abschätzen, ob eine Biopsie notwendig ist oder nicht.

Von Maximilian Vogel
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