Warum bleiben manche Menschen in einer Beziehung, obwohl sie nicht glücklich sind?

Wenn jemand in einer Partnerschaft bleibt, die nicht mehr zu ihm oder ihr passt, und die Trennung so lange wie möglich hinauszögert, geschieht dies oft aus praktischen oder materiellen Gründen. Aber nicht nur, wie eine amerikanische Studie enthüllt.

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Warum bleiben Menschen in Liebesbeziehungen, die sie nicht zufriedenstellen? Eine Studie, die 2018 im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht wurde, befasste sich ernsthaft mit dieser mysteriösen Frage.

Egoismus oder Altruismus?

In einer von Science Daily geteilten Erklärung erinnerten die Forscher:innen daran, dass frühere Studien bereits gezeigt haben, dass die Zeit, die Ressourcen und die Emotionen, die in eine Beziehung investiert werden, bei der Entscheidung für oder gegen das Ende einer Beziehung eine Rolle spielen.

Wieder andere Untersuchungen haben ergeben, dass manche Menschen in einer Beziehung bleiben, die nicht zu ihnen passt, wenn sie das Singledasein oder andere potenzielle Partner weniger attraktiv finden.

In diesen beiden Fällen beruhte die Entscheidung zu bleiben oder zu gehen gewissermaßen (und zu Recht) nur auf Eigeninteresse und Egoismus. Die Wissenschaftler:innen dieser neuen Studie hingegen beschlossen, die Möglichkeit zu erforschen, dass diejenigen, die sich für die Beendigung einer Beziehung entscheiden, nicht nur ihre eigenen Wünsche berücksichtigen, sondern auch das Ausmaß, in dem sie glauben, dass ihr:e Partner:in die Beziehung will und braucht.

"Man will den Partner nicht verletzen"

So fanden sie heraus, dass die Entscheidungen über eine unbefriedigende Liebesbeziehung eine altruistische Komponente beinhalten können. Personen, die trotz ihrer Unzufriedenheit blieben, könnten demnach davon ausgehen, dass es für ihren Partner schlecht ist, zu gehen:

"Je mehr die Abhängigen glaubten, dass ihr:e Partner:in in der Beziehung war, desto weniger wahrscheinlich war es, dass sie eine Trennung einleiteten", bestätigt Samantha Joel, Hauptautorin der Studie und an der Universität von Western Ontario (Kanada) tätig.

Der unglückliche Partner würde also hoffen, dass sich die Beziehung verbessert, wenn er sie aufrechterhält, erklärt die Forscherin. Aber wie sie so schön schreibt, ist diese Entscheidung "ein zweischneidiges Schwert". Es kann sein, dass er die Hingabe seiner Partnerin überschätzt und wie schmerzhaft das Ende der Beziehung für sie sein wird.

Wenn diese Situation also ein Beweis für das Einfühlungsvermögen der Person ist, die sich nicht trennen kann, ist sie dennoch kontraproduktiv. "Wer will schon einen Partner, der nicht wirklich mit einem zusammenleben will?", fragt sich Samantha Joel.

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