Diese Fußballstars haben völlig unerwartete neue Karrieren eingeschlagen
Was machen Fußballlegenden, wenn der letzte Ball im Netz war? Manche werden Präsident, andere wählen den Weg in den Zirkus, in die Politik – oder landen im Gefängnis. Ein Blick hinter die Karrieren, wo das Spiel erst nach dem Schlusspfiff spannend wurde.
Das Leben als Profikicker klingt für viele wie ein wahr gewordener Traum – Millionenpublikum, tosende Stadien und Jubelrufe. Doch nach der Karriere kommt oft die große Frage: Wie geht’s weiter? Während einige als Trainer, Agent oder TV-Experte rund ums Spielfeld bleiben, schlagen andere unverhoffte Wege ein. Manche schreiben als Politiker Geschichte, andere werden Künstler, Priester oder sogar Zirkusstars. Für etliche beginnt nach dem Fußball ein echter Neuanfang – mit Erfolgen, Rückschlägen und überraschenden Wendungen.
Vom Ballkünstler zum Präsidenten
George Weah, gefeierter Stürmer von AS Monaco, Paris Saint-Germain und AC Milan, war 1994 der erste Afrikaner mit dem Ballon d’Or. Nach seiner Karriere wechselte er direkt in die Politik: Erst Senator von Monrovia, wurde er am 22. Januar 2018 Präsident von Liberia – ein seltener Aufstieg vom Fußball ins höchste Staatsamt.
Auch weltweit haben Ex-Kicker politische Ambitionen gezeigt. Pelé war Brasiliens Sportminister von 1995 bis 1998 und brachte ein Gesetz mit seinem Namen durch. Zico hatte 1990/91 ein kurzes Ministeramt. Georgiens Kakhaber Kaladze wurde Vize-Premierminister und Energieminister, italienischer Politiker ist Gianni Rivera, der sowohl im Nationalparlament als auch im EU-Parlament saß. Brasilianer Romário war Bundesdeputierter und Senator von Rio, während Andreï Shevchenko nach erfolgloser Kandidatur schnell aus der Politik ausstieg.
Politische Karrieren sind nicht immer sorgenfrei: Yordan Letchkov, WM-Held von 1994, wurde Bürgermeister von Sliven, später verurteilt wegen Amtsmissbrauchs. Vikash Dhorasoo, 18-facher französischer Nationalspieler, scheiterte 2020 bei der Pariser Bürgermeisterwahl.
Neue Bühnen: Zirkus, Comedy und das Priesteramt
Manche Spieler fanden nach dem Fußball unerwartete Wege: Gert Dörfel, einst Nationalspieler, wurde Zirkusclown bei Circus Krone – als „Charlie Dörfel“ bekannt. Julien Darui, ehemaliger französischer Nationaltorwart, trat 1957 im Zirkus auf, wo Zuschauer gegen ihn Elfmeter schossen, und eröffnete später ein Café in Dijon.
Yannick Le Saux aus der zweiten Liga wurde Comedian und erzählte dort humorvoll von seiner Zeit auf dem Feld.
Religiöse Berufungen gab es auch: Peter Knowles beendete als 24-Jähriger seine Karriere für seinen Glauben als Zeuge Jehovas – „God’s Footballer“ von Billy Bragg inspiriert. Chase Hilgenbrinck gab mit 26 den Fußball auf und wurde katholischer Priester, Guillaume Warmuz findet sein Glück als Seelsorger in einem Seniorenheim.
Sportlich, überraschend oder düster – die ungewöhnlichen Wege
Fabien Barthez wechselte vom Torwart zur Rennstrecke und gewann 2013 die französische GT-Meisterschaft. Ilhan Mansiz, türkischer WM-Dritter 2002, versuchte sich im Eiskunstlauf und gewann mit seiner Partnerin eine TV-Show, verpasste aber die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen.
Tim Wiese, ehemals deutscher Nationalkeeper, wurde Profi-Wrestler bei der WWE, Luis Vidal entdeckte sein Talent im Bodybuilding und wurde 2014 Mister Universum.
Norman Whiteside ließ sich mit 26 in Salford zum Podiater ausbilden, Marc Molitor eröffnete ein physiotherapeutisches Zentrum, und Arjan de Zeeuw wurde Spezialist für forensische Medizin bei der Polizei in den Niederlanden.
Die Karrieren nicht immer glamourös: Eva Roob, einst Fußballerin in Nürnberg, wechselte ins Erotikfilmgeschäft, Jonathan de Falco in die Produktion schwuler Filme.
Ein düsteres Kapitel schreibt Alexandre Villaplane: Er war Kapitän der französischen Nationalelf bei der ersten WM 1930, doch nach Ende der Karriere wurde er wegen einer Affäre mit manipulierten Pferderennen verurteilt. Während des Zweiten Weltkriegs kollaborierte er mit der Gestapo, wurde 1944 in Paris verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet.
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Verwendete Quelle:
Que sont ces footballeurs devenus ? - Le Footichiste