Trisomie 21: Können Tiere wirklich am Down-Syndrom erkranken?

Trisomie 21: Können Tiere wirklich am Down-Syndrom erkranken?

Können Tiere an Trisomie 21 (Down-Syndrom) erkranken? Auf mehreren Bildern sieht es so aus, doch die Antwort der Wissenschaft ist komplexer. Wir erklären es euch.

Ihr habt wahrscheinlich alle schon einmal ein Bild von Kenny, dem weißen Tiger gesehen. Sein riesiger, runder Kopf hat fast keinen Hals, seine Schnauze ist kurz und seine kleinen, blauen Augen liegen weit auseinander. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass es sich um einen Fall von tierischer Trisomie handelt. Doch die Realität ist komplizierter.

Was ist Trisomie 21?

Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, ist die häufigste Form von Trisomie beim Menschen: Einer von 770 Menschen ist davon betroffen. Die chromosomische Anormalität wird von einem überflüssigen Chromosom ausgelöst. Der Mensch hat beim 21. Chromosomenpaar ein Chromosom zu viel. Dies führt zu einer Unterentwicklung der kognitiven Fähigkeiten, Missbildungen und Gesundheitsrisiken, die die Lebensdauer verkürzen können.

Auch wenn die Krankheit nur schwer vorauszusagen ist, kann Trisomie 21 heute viel leichter behandelt werden. Die Lebensdauer der Patienten konnte dadurch erheblich erhöht werden. 50.000 Menschen in Deutschland sind an Trisomie 21 erkrankt. 96 Prozent der Schwangerschaften müssen wegen der Diagnose abgebrochen werden.

Haben Tiere Trisomie?

Auf der Seite des US-amerikanischen "National Institutes" steht über das menschliche Genom: "Es gibt mehrere Fälle von Schimpansen, die am Down-Syndrom erkrankt sind. Das Syndrom tritt bei einem Chromosomenfehler auf, nur Tiere, die dem Menschen genetisch nahe stehen können an einem ähnlichen Syndrom erkranken."

Bei den Schimpansen tritt die Krankheit, die beim Menschen am 21. Chromosom auftritt, oft beim 22. Chromosom auf. Man hat sie beim Schimpansen Kanako entdeckt. Er ist 24 Jahre alt und lebt in Gefangenschaft. Kanako hat viele Symptome, die denen des Down-Syndroms ähneln: Verlangsamtes Wachstum, unterentwickelte Zähne, Probleme mit den Augen und auffällige Herzaktivität.

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Andere Fälle von Trisomie wurden bei andere Primaten wie Makaken entdeckt. Auch bei Büffeln hat man ähnliche Symptome beobachtet, doch diese Fälle haben nichts mit dem Down-Syndrom zu tun. Die Forscher haben Mäuse mit Trisomie 16 entwickelt, um die Pathologie im Labor zu untersuchen. 

Im Video seht ihr Bilder zu an Trisomie erkrankten Tieren. 

• Maximilian Vogel
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