Wegen Rassismus: Karnevalstruppe soll Namen und Logo ändern

Wegen Rassismus: Karnevalstruppe soll Namen und Logo ändern

Große Aufregung in Basel in der Schweiz: Zwei örtliche Karnevalstruppen stehen im Mittelpunkt einer hitzigen Rassismus-Debatte. Sowohl ihre Namen als auch ihre Logos sind in den Augen von Kritikern fremdenfeindlich und sollen umbenannt werden.

Rassismus-Debatten finden in Deutschland regelmäßig statt. Sei es die Mohrenapotheke in Frankfurt, das "Neger-Werfen" auf einer Kirmes in NRW oder die Mohrenkopf-Torte von Niederegger in Lübeck - hierzulande erhitzen sich die Gemüter regelmäßig. Aber auch unsere eidgenössischen Nachbarn können davon ein Lied singen. 

Zwei Basler Karnevalstruppen im Kreuzfeuer 

Die Rede ist von der Basler Fasnacht. In den Fokus geraten sind die Negro-Rhygass 1958 und die Guggemusig Mohrekopf 1954. Mehrere Personen beschwerten sich, u.a. in der Zeitung 20 Minuten, dass die Namen rassistisch und heutzutage nicht mehr angebracht seien. Vor allem das Logo der Negro Rhygass steht in der Kritik. Es zeigt ein Pauke spielendes schwarzes Männchen mit dicken Lippen und einem Knochen im Haar – die Darstellung entspricht dem stereotypischen Bild des Mohren, wie es in Europa bis zum Ende des Kolonialismus üblich und weit verbreitet war. 

Bei Facebook gesperrt, Kulturkampf entbrannt

Die beiden Vereine sind Mitte August von der Bildfläche verschwunden, zumindest auf Facebook: Ihre Seiten wurden deaktiviert, denn ihre Inhalte seien rassistisch. Deswegen fordert jetzt eine Online-Petition sogar die Auflösung der Negro-Rhygass.

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Die "Guggen" selbst reagieren mit Unverständnis auf den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit.  Daniel Bachmann, Obmann der Mohrekopf-Gugge, sagt gegenüber der bz Basel: „Ich kann die Aufregung um den Begriff nicht nachvollziehen. Unser Name hat mit unserer Gründungsgeschichte zu tun, er geht auf den Mohrekopf zurück, bekanntlich ein Schaumwaffelgebäck mit Schokoladenüberzug."

Am Wochenende wurde eine Solidaritätsdemonstration durch die Stadt organisiert. Dabei sollen jedoch auch Neonazis mitmarschiert sein. 

• Simon Nowak
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