Frau testet die Wirkung der gefährlichsten Pflanze der Welt im Selbstversuch

Frau testet die Wirkung der gefährlichsten Pflanze der Welt im Selbstversuch

Die Dendrocnide moroides (auch: „Gympie“ oder „australische Brennnessel“), ist die gefährlichste Pflanze der Welt. Wenn man eines ihrer Blätter streift, spürt man einen stechenden Schmerz, der mehrere Tage und sogar Monate andauern kann. Dr. Marina Hurley, Forscherin an der Universität von Neusüdwales, ist das Risiko eingegangen, sich stechen zu lassen, um das Gefühl beschreiben zu können, das diese australische Pflanze auslöst. Es handelt sich dabei um die Nessel-Art mit dem stärksten Gift.

Man fühlt den schlimmsten Schmerz, den man sich vorstellen kann“, beschreibt Dr. Hurley. „Es war, als hätte ich mir die Haut verätzt und zugleich einen Elektroschock erlitten.“ Laut dem aktuellen Forschungsstand hat sich die Forscherin der Universität von Neusüdwales von der gefährlichsten Pflanze der Welt stechen lassen: Der Dendrocnide moroides, alias Gympie.

Sie wächst in Queensland und Neusüdwales und wurde in den 1860er Jahren in der Nähe der Stadt Gympie in Australien entdeckt. Daher kommt auch ihre Name. Aber mit dieser Pflanze ist trotz des lustig klingenden Namens absolut nicht zu spaßen. Ihre Blätter, Stengel und sogar ihre Früchte sind mit Brennhaaren bedeckt, die ein starkes Gift enthalten... Dieses kann sogar tödlich sein.

„Ein unerträglicher Schmerz“

Sogar ein sehr kurzer Kontakt mit einem Blatt löst einen unerträglichen Schmerz aus. Es erscheinen sofort Stiche und schwerwiegende Verbrennungen auf und verschlimmern sich. Nach 20 bis 30 Minuten haben sie den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht“, beschreibt die Wissenschaftlerin in einem Artikel, der auf der Seite The Conversation erschienen ist.

Der Schmerz kann eine bis vier Stunden andauern, aber in manchen Fällen blieb er mehrere Tage bzw. sogar monatelang bestehen. Das liegt daran, dass die Brennhaare und das Gift, die in der Haut hängengeblieben sind, dort verbleiben. „Die Brennhaare können bis zu 6 Monate nach dem Kontakt mit der Pflanze in der Haut verbleiben. Der Schmerz kehrt zurück, sobald man auf die Haut drückt oder sie mit kaltem oder heißem Wasser wäscht.

Im Falle eines schwerwiegenden Stiches „spürt man den Schmerz nicht nur an der Stelle, an der die Haut mit der Pflanze in Kontakt war, sondern es schwellen auch die Lymphknoten unter den Achseln an und pulsieren. Auch dort empfindet man Schmerzen, so als würden sie zwischen zwei Holzstücken zusammengepresst“, erläutert die Forscherin.

Wie „sticht“ die Pflanze?

Aber woher hat diese Pflanze diese schmerzhaften Eigenschaften? Nachdem Dr. Hurley die Australische Brennnessel genau untersucht hat, ist sie zu folgenden Schlüssen gekommen: Die Brennhaare, von denen die Pflanze bedeckt ist, haben eine komplexe Struktur, mit einer Knolle aus Silizium, Kalziumkarbonat und -phosphat. Wenn sie die Haut berühren, lösen sie sich ab und durchdringen sie, wobei sie Giftstoffe freisetzen. Die Zusammensetzung des Gifts ist komplex und noch weitgehend unbekannt. Sie scheint jedoch stabil und hitzebeständig zu sein.

Außerdem behält die Pflanze unabhängig von ihrem Alter ihre Eigenschaften bei und löst Schmerzen von derselben Intensität aus. Eine ausgetrocknete, 100 Jahre alte Gympie ist immer noch genauso gefährlich: „Der schlimmste Stich, den ich abbekommen habe, stammte von einer toten Pflanze, die auf dem Waldboden lag“, erzählt Dr. Hurley. „Ich hatte meinen Handschuh fallen lassen, und als ich ihn aufheben wollte, berührte mein Finger ein Blatt. Ich war allein, also musste ich mit einer Hand fahren, um ins Krankenhaus zu gelangen!“

Bestimmte Insekten und Beuteltiere scheinen immun zu sein

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Die Australische Brennnessel ist also hochgiftig. Und das scheint sogar dann zuzutreffen, wenn man sie gar nicht berührt: Wenn man sich nur über 20 Minuten in ihrer Nähe aufhält, löst sie einen intensiven Niesreiz sowie Nasenbluten aus und kann schlimme Auswirkungen auf die Atmung haben. Um sich zu schützen, muss man eine Feinstaubmaske tragen und sie regelmäßig wechseln. „Ich denke, diese Reaktion wird durch das Einatmen der Brennhaare ausgelöst, die sich in der Luft befinden, aber ich konnte dies noch nicht belegen“, vermutet Marina Hurley.

Es steht also eindeutig fest, dassDendrocnide moroides extrem gefährlich ist: Sie hat bereits Menschen, Hunde und Pferde getötet. Aber seltsamerweise scheinen bestimmte Insektenarten immun gegen ihr Gift zu sein: „In manchen Blättern zeigen sich Löcher, was beweist, dass es Insekten gibt, die diese Pflanze fressen. Ich habe herausgefunden, dass dies zum Beispiel auf eine nachtaktive Wurzelbohrer-Art zutrifft.“ Manche Beuteltiere, wie zum Beispiel Filander, scheinen ebenfalls resistent gegen das Gift der Dendrocnide moroides zu sein.

Für den Menschen ist das Gift hochgefährlich, aber nicht für bestimmte Arten, die absolut nichts miteinander gemeinsam haben... Die Gympie ist wirklich eine sehr rätselhafte Pflanze.

Fred Eilig
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