Covid-19: Mehr junge Leute haben im Lockdown angefangen zu rauchen

Eine neue Studie zeigt, dass der Stress durch die strengen Kontaktbeschränkungen in der Covid-Krise viele junge Leute zum Rauchen verleitet hat.

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Eine neue Studie, die in Zusammenarbeit mit dem University College London und der University of Sheffield entstanden ist, hat herausgefunden, dass die Anzahl junger Raucher:innen in England während des ersten Lockdowns um 25 Prozent gestiegen ist.

Stress durch Lockdowns

Die Forschenden erklären, dass die Lockdowns und sonstigen Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie dazu geführt haben, dass 650.000 junge Menschen zwischen 18 und 34 angefangen haben zu rauchen.

Allerdings handelt es sich dabei nicht um die einzige suchtbasierte Konsequenz der Covid-Sicherheitsmaßnahmen. Denn wie sich herausstellt, bewegte der Lockdown auch viele Menschen dazu, mit dem Rauchen aufzuhören.

Besonders bei einer Gruppe erhöhte Suchtgefahr

Der Hochrisikokonsum von Alkohol wiederum hat in allen Altersklassen zugenommen, insbesondere bei Frauen aus geringverdienenden Gesellschaftsschichten. In der Studie heißt es:

Während des ersten Lockdowns in England von März bis Juli 2020 nahm der Zigarettenkonsum unter jungen Erwachsenen zu und der Hochrisikokonsum von Alkohol in allen sozio-demographischen Gruppen.
Gleichzeitig hörten mehr Leute auf zu rauchen: Mehr junge Leute versuchten aufzuhören und mehr Raucher:innen schafften es, mit dem Rauchen aufzuhören.

Weiter heißt es:

Beim Trinkverhalten zeigten sich jedoch sozio-demographische Unterschiede: der Hochrisikokonsum von Alkohol nahm stärker bei Frauen, insbesondere aus weniger privilegierten Gruppen zu. Versuche, den Alkoholkonsum zu reduzieren, nahmen nur in besser gestellten Bevölkerungsschichten zu.

Raucher im Vereinigten Königreich

Nach aktuellem Stand gibt es im Vereinigten Königreich 6,9 Millionen Raucher:innen. Von 1974 bis 2019 ist die Zahl derjenigen, die nie eine Zigarette geraucht haben, von 37,4 Prozent auf 60,4 Prozent gestiegen. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat dieser Prozentsatz jedoch wieder abgenommen.

Erst kürzlich hat die UK-Regierung beschlossen, verstärkt gegen diese Entwicklung vorzugehen, indem das Rauchen auch vor Restaurants und Bars verboten werden soll. Vor allem in Oxfordshire will man bis 2025 das Rauchen in öffentlichen Bereichen verbieten.

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