Covid-19: 22-Jähriger wird per Zufall gegen Corona geimpft

Einige wenige Menschen gehören zu den Glücklichen, die allein durch Zufall die Möglichkeit bekommen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Das Ganze ähnelt dabei einem Lotteriespiel...

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Das Glück trifft in diesem Fall einen Mann am Bäckerstand eines Supermarkts. Zwei andere arbeiten in der Nachtschicht in einem Subway-Sandwichladen. Ein weiterer Kandidat ist aus einer Liste von 15.000 Hoffnungsträgern gezogen worden.

US-Amerikaner bekommen per Zufall Impfstoff-Restposten angeboten

Mit Millionen von Amerikanern, die auf ihre Chance warten, den Coronavirus-Impfstoff zu erhalten, können einige Wenige mit viel Glück an die Spitze der Reihe gelangen, weil Krankenhäuser sich am Ende des Tages bemühen, zusätzliche Dosen loszuwerden, wie die Huffpost berichtet. Dabei gehe es oft darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Manchmal werden dabei Menschen, die sich gerade zum Feierabend in der Nähe einer Klinik befinden, Restposten angeboten, die sonst weggeworfen werden würden.

Manchmal sucht Gesundheitspersonal selbst nach Empfängern. Einige Stellen führen Wartelisten und losen zufällig Namen aus. Solche Gelegenheiten werden möglicherweise immer wertvoller, da Impfengpässe in den USA dazu führen, dass an einigen Orten Impfungen sogar abgebrochen werden müssen.

Für eine Restdosis Corona-Vakzin muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.  Steven Cornfield@Unsplash

Ungerechte Verteilung der Impfdosen?

"Eine der Krankenschwestern sagte, ich sollte jetzt einen Lottoschein kaufen", erzählt Jesse Robinson dieser Tage vor einer Klinik in Nashville, Tennessee, wo der 22-Jährige aus einer Liste mit 15.000 Namen für eine Impfung ausgewählt wurde. "Ich werde es nicht zu sehr in Frage stellen. Ich bin nur froh, dass ich es war."

Während es beunruhigend sein mag, zu sehen, wie ein 22-Jähriger eine Impfung bekommt, und gleichzeitig eine 90-jährige Frau in einem Pflegeheim noch darauf wartet, erklären Experten des öffentlichen Gesundheitswesens, dass es besser ist, eine Dosis in den Arm eines Menschen zu bekommen, als sie wegzuwerfen.

Generell sind auch in den USA die Ältesten der Bevölkerung und medizinisches Personal in Priorität, gegen das Coronavirus geimpft zu werden. Es heißt die Alten schützen, um die Lage stabil zu bekommen. Zudem haben die Älteren meist mehr Mut und Vertrauen in die Wissenschaft, wie dieser 103-jährige Italiener.

Der 53-jährige Mike Schotte und seine 72-jährige Mutter suchen damals Apotheken in der Nähe ihres Hauses in Hurst, Texas, auf, in der Hoffnung, eine Restdosis zu bekommen.

Schließlich lassen sie ihre Namen auf eine Warteliste setzen und erhalten tatsächlich einen Anruf, dass Impfdosen verfügbar seien, wenn sie innerhalb einer halben Stunde vor Ort wären. "Wir mussten uns nicht mal beeilen, weil es ziemlich nah war", so Schotte. "Ich freue mich, dass ich es bekommen habe."

Vakzine werden immer wertvoller

Nashville entwickelt sogar ein Lotteriesystem, um Willkür bei der Verteilung von Restdosen zu vermeiden. Impfkliniken erwarten höchstens wenige Restdosen an einem bestimmten Tag.

Die Anbieter stellen außerdem fest, dass die Wahrscheinlichkeit, dass übrig gebliebene Aufnahmen für die breite Öffentlichkeit verfügbar werden, mit jeder Woche abnimmt, da die Berechtigung für den Impfstoff über die sehr alten Bewohner von Pflegeheimen und medizinische Fachkräfte hinaus zunimmt.

Abfallposten sind in globalen Impfkampagnen üblich, bei denen jedes Jahr Millionen Dosen Grippeschutzimpfungen entsorgt werden. Nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation wird mehr als die Hälfte aller Impfstoffe weggeworfen. Wieso?

Die WHO erklärt, dass Impfstoffe teils falsch behandelt, nicht beansprucht oder abgelaufen sind. Mit den Coronavirus-Impfungen scheint sich dieser Trend jedoch ins Gegenteil gewandelt zu haben...