Corona: Virologen befürchten Impfstoff-immune Variante in Deutschland

Das Coronavirus ist seit seinem Ausbruch im letzten Frühjahr schon mehrmals mutiert. Nun liefert die Wissenschaft Grund zur Annahme, dass Mutationen bald die Impfung unwirksam machen könnten.

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In Deutschland ist die Mehrheit der Bevölkerung noch nicht immun gegen das Coronavirus. Dies könnte das Sprungbrett für eine gefährliche Mutation bieten, die nicht einmal Impfungen oder überstandene Erkrankungen aufhalten können.

Getarnte Mutanten

Laut Expertinnen und Experten des Robert-Koch-Instituts kann sich Sars-CoV-2 grundsätzlich gut anpassen. Denn es sind schon Virusvarianten aufgetreten, die teilweise oder komplett resistent gegen Antikörper sind.

Auch in Deutschland besteht laut der Wissenschaft die Gefahr vor der Entstehung von Corona-Varianten, gegen die Impfstoffe weniger oder gar nicht mehr wirken.

Das sei vor allem dann realistisch, wenn sich das Virus in dieser dritten Pandemie-Welle stark ausbreitet, erklären Stefan Pöhlmann und Markus Hoffmann vom Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen.

Luka Cicin-Sain vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig zufolge, hat das Virus es bei einer großen Zahl an Geimpften in der Bevölkerung nicht mehr so leicht, sich zu verbreiten.

Nur die Stärksten Mutationen könnten sich dann noch durchsetzen. Damit wüchse das Risiko der Ausbreitung von Mutanten, die sich sozusagen vor dem Immunsystem verstecken können.

Escape-Varianten

Diese Mutanten haben sich genetisch so verändert, dass Antikörper, die sich gegen das ursprüngliche Virus gebildet haben, sie nicht mehr erkennen können. Sie werden Escape- oder Flucht-Varianten genannt.

Solche Escape-Varianten können entstehen, wenn eine Bevölkerung nicht vollständig immunisiert ist. Auch nach einer überstandenen Infektion oder Impfung kann das passieren, weil die Wirkung irgendwann abnimmt.

Das ist insofern problematisch, weil Mutationen die aktuellen Impfstoffe gegen Covid-19 in einem Jahr oder weniger unwirksam machen könnten. Das geht zumindest aus einer Expertenumfrage hervor.

Sie existieren bereits

Das Deutsche Primatenzentrum hat in Kooperation mit dem Uniklinikum Ulm ermittelt, dass die südafrikanische Variante B.1.351 sowie die brasilianische Variante P.1 Escape-Varianten sind.

Die Impfstoffe würden aber laut den Forscherteams B.1.351 und P.1 gegenwärtig immer noch unterdrücken. Doch eine schnelle Immunität eines Großteils der Bevölkerung ist essenziell, wie die Forscher klar machen:

Allerdings ist der Impfschutz möglicherweise reduziert und von kürzerer Dauer.

Einen Lichtblick gibt es aber hinsichtlich der bedrohlich klingenden Escape-Varianten: Um sich großflächig durchsetzen zu können, muss eine solche Variante besser übertragbar sein, als die bereits bestehenden.

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