Corona-Symptom enträtselt: Deshalb verlieren Patienten den Geschmackssinn
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Corona-Symptom enträtselt: Deshalb verlieren Patienten den Geschmackssinn

Lange Zeit haben Ärzte auf der ganzen Welt gerätselt, warum sich viele Corona-Patienten über Geschmacksverlust als eines der auftretenden Symptome beschwert haben. Doch jetzt haben sie eine Antwort!

Warum verlieren einige der Corona-Patienten ihren Geschmackssinn? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Team aus US-Forschern um den Zahnmediziner Kevin Byrd vom American Dental Association Science and Research Institute in Chicago. Lange tappen die Experten im Dunkeln - doch nun scheint die Lösung des Rätsels gefunden zu sein!

Corona-Rätsel gelöst

Im Mund und Rachenbereich von Betroffenen, genauer gesagt in Zellen der Zunge, Rachenmandeln und Speicheldrüsen, finden die Forscher sogenannte ACE2-Rezeptoren.

Diese konnten vorher schon mit dem Phänomen des verlorenen Geruchssinns von Infizierten in Verbindung gebracht werden. In seiner Studie, die auf dem Forschungsserver "medRxiv" vorveröffentlicht wurde, schreibt Byrd:

Insgesamt ist die Mundhöhle ein effektiver Ort für eine Covid-19-Infektion, was darauf schließen lässt, dass Speichel an der Übertragung der Viren beteiligt sein könnte.

Deswegen können Infizierte den Geschmackssinn verlieren

Um dieser Vermutung weiter auf den Grund zu gehen, analysiert das Team Speichelproben von Corona-Patienten. Und siehe da: In frei schwimmenden Zellen im Speichel finden sie tatsächlich Viren.

Je mehr Zellen mit dem Virus infiziert sind, desto eher klagen die untersuchten Personen über Geschmacksverlust! Manche schmecken auch plötzlich ganz andere Dinge. Auf dem Online-Portal "LiveScience" berichtet Byrd:

Theoretisch könnte die Infektion im Mund die Produktion oder Beschaffenheit des Speichels so verändern, dass dies zum Geschmacksverlust beiträgt.
Ein Forscher-Team hat die Speichelproben von Corona-Patienten untersucht.  Aitor Diago@Getty Images

Speicheldrüsen verantwortlich für Virus?

Die Lösung des Rätsels scheint gefunden! Leider bleiben noch immer einige Fragen offen. Bislang konnten die Forscher beispielsweise noch nicht eindeutig belegen, dass die im Speichel gefundenen Erreger tatsächlich aus Mundzellen stammen, und nicht etwas aus der Nase, was auch denkbar wäre. Dafür haben sie andere erstaunliche Entdeckungen gemacht:

Wir fanden aber heraus, dass die nicht ausreichend gewürdigten, jedoch weit verbreiteten Speicheldrüsen nach der Infektion ihr eigenes Virus hervorbringen können. Wir vermuten, dass dies die Hauptvirusquelle im Speichel ist.

Auch asymptomische Patienten weisen Viruspartikel auf

Dies erkläre auch die anderen Symptome im Mund, die bei einer Corona-Infektion auftreten können, wie zum Beispiel Mundtrockenheit oder der Bildung von Bläschen auf der Mundschleimhaut.

Offenbar haben alle Phänomene etwas mit der Beeinträchtigung von der Speichelproduktion zu tun. Doch das US-Team muss auch feststellen: Auch symptomfreie Patienten können Viren im Speichel aufweisen.

Die neuen Entdeckungen sind für den weiteren Umgang mit dem Virus trotzdem elementar. So werden Forscher nun untersuchen, ob Mundspülungen ein effektiver Weg zur Corona-Bekämpfung sind.

Außerdem unterstreichen sie die Wichtigkeit der geltenden Hygiene-Regeln, so Byrd. Masken zu tragen macht also auf jeden Fall Sinn - egal ob Symptome oder nicht.

Von Maximilian Vogel

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