Avaskuläre Nekrose: Der "Knochentod" ist eine neue Long-Covid-Beschwerde

Bei jungen Patientinnen und Patienten wurden neue Post-Covid-Beschwerden festgestellt – einige von ihnen leiden an avaskulärer Nekrose.

Avaskuläre Nekrose: Der "Knochentod" ist eine neue Long-Covid-Beschwerde
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Avaskuläre Nekrose: Der "Knochentod" ist eine neue Long-Covid-Beschwerde

Cortison-Therapien haben in Indien zahlreiche Fälle von Pilzinfektionen hervorgerufen. Nun wird eine weitere Post-Covid-Komplikation entdeckt, die mit dieser Behandlungsform zusammenhängt.

Demnach wurden in Indien bereits drei Fälle avaskulärer Nekrose gemeldet und die Ärzte fürchten, dass die Fälle in den kommenden Monaten weiter steigen werden.

Was ist avaskuläre Nekrose?

AVN ist eine Erkrankung, bei der das Knochengewebe infolge mangelnder Durchblutung abstirbt. Es entstehen mikroskopische Risse im Inneren des Knochens, die irgendwann dazu führen können, dass dieser bricht.

Die Erkrankung tritt häufig infolge einer langen Cortison-Medikation auf, weswegen AVN im Moment in Indien vermehrt bei Covid-Patientinnen und -Patienten auftritt.

Betroffene zeigen zunächst kaum Symptome, doch mit dem Fortschreiten der Erkrankung nehmen auch die Schmerzen zu. Laut Mayon Clinic sind vor allem die Hüfte, die Schultern, die Knie, Hände und Füße betroffen.

Fälle von "Knochentod" in Indien

Die Times of India berichtet, dass im Hinduja Hospital in Mumbai bereits drei Patienten mit AVN behandelt wurden, jeweils rund zwei Monate nach Beginn ihrer Covid-Therapie.

Alle drei Personen waren Ärzte unter 40 Jahren. Dr. Sanjay Agarwala vom Hinduja Hospital berichtet gegenüber der Zeitung:

Diese Patienten entwickelten Schmerzen in ihrem Oberschenkelknochen und da sie Mediziner sind, erkannten sie die Symptome und ließen sich schnell behandeln.

Ungewöhnliche Fälle von AVN

Seither untersucht Dr. Agarwala die Verbindung zwischen der Kortison-Gabe bei Patientinnen und Patienten mit Corona und AVN. Doch die Ergebnisse werfen Rätsel auf:

Seine Untersuchungen zeigen, dass AVN für gewöhnlich durch Kortison-Dosen hervorgerufen wird, die über 2.000 mg liegen. Covid-Patienten bekommen allerdings lediglich 758 mg.

Darüber hinaus tritt die Erkrankung meist erst sechs Monate nach der Cortison-Einnahme auf, bei den Covid-Patienten jedoch bereits 58 Tage nach der Covid-Diagnose.

Er ist sich sicher, dass die Erkrankung eine weitere Long Covid-Beschwerde ist und Personen, die Hüft- oder Oberschenkelschmerzen bei sich feststellen, umgehend ein MRT machen lassen sollten, um eine AVN frühzeitig zu erkennen.