5 Mythen zu Grippe und Coronavirus aufgedeckt
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5 Mythen zu Grippe und Coronavirus aufgedeckt

Der Herbst ist da und damit auch die Erkältungs- und Grippesaison. Doch was bedeutet das für die Pandemie, in der wir uns derzeit zusätzlich befinden? Es ranken sich viele Mythen und Falschaussagen zu diesem Thema im Netz. Hier sind fünf davon, die wir aufklären wollen.

Gerade in Zeiten einer Pandemie kommt förmlich bei jeder kleinen Beschwerde die Befürchtung auf, man könnte doch mit Covid-19 infiziert sein. Erkältungen und eine Coronavirus-Infektion kann man mit diesen Punkten schnell unterscheiden.

Doch mit der Grippe sieht es schon etwas schwieriger aus, weshalb auch reichlich an Falschaussagen zirkulieren und die Menschen zusätzlich verunsichern. Wir klären euch auf.

Viele Falschaussagen kursieren rund um die Grippe und Covid-19. Wir nehmen diese etwas genauer unter die Lupe.  Jason Colston@Getty Images

Mythos 1: Die Grippe kann uns nichts anhaben, weil wir sowieso Masken tragen

Auch wenn Ärzte auf eine leichtere Influenza-Saison in diesem Jahr hoffen, weil Menschen körperlichen Abstand zueinander halten und die Hygienevorschriften wie Maske tragen und Hände waschen einhalten, heißt das im Umkehrschluss nicht sofort, dass wir deshalb nicht an der Grippe erkranken können.

So wie die Maske nur das Infektionsrisiko von Covid-19 verringert, gilt dies auch für die Grippe. Dr. Aaron Milstone, Epidemiologe und Professor für Pädiatrie an der Johns Hopkins Medicine, erklärt: "Alles, was wir tun, reduziert das Risiko. Das Risiko wird dadurch aber nicht auf Null gesetzt."

Experten sind sich jedoch überwiegend einig, dass das Tragen einer Maske weitaus besser ist als kein Mundschutz. Denn so wird zumindest das Risiko einer Übertragung reduziert. Hier erfährst du übrigens, was du tun kannst, wenn jemand neben dir hustet oder niest.

Mythos 2: Der Grippeimpfstoff macht krank, schwach oder anfälliger für COVID-19

Die anhaltende Behauptung, dass der Grippeimpfstoff die Grippe auslösen kann, ist laut Experten einfach nicht wahr. Allerdings könnte sich durchaus eine grippeähnliche Reaktion auf den Impfstoff zeigen (einschließlich Muskelschmerzen und Fieber), da der Körper Antikörper produziert. In diesem Fall ist es also vielmehr eine Nebenwirkung auf die Impfung, als eine eigenständige Krankheit.

Der Impfstoff selbst kann nicht jedoch krank machen. Dieses Missverständnis sollte so schnell wie möglich aus der Welt geschaffen werden. Denn gleichzeitig an Covid-19 und Grippe zu erkranken, könnte für unser Immunsystem "katastrophal" enden, warnen einige Experten. Daher sei es besonders wichtig, sich gegen die Grippe impfen zu lassen.

Mythos 3: Der Grippeimpfstoff könnte sich nicht mit dem COVID-19-Impfstoff vertragen

Sollte ein Covid-19-Impfstoff während der Grippesaison verfügbar sein, nachdem man bereits die Grippeschutzimpfung erhalten hat, "sollte es in diesem Winter kein Problem geben, jederzeit einen nachfolgenden Impfstoff zu erhalten", so Milstone.

Wir geben die ganze Zeit mehrere Impfstoffe gleichzeitig. Das einzige Mal, dass wir uns darauf achten, Impfstoffe mit zeitlichem Abstand von einander zu verabreichen, ist, wenn wir einen viralen Lebend-Impfstoff geben.

Zum Beispiel könnten Ärzte andere Impfungen rund um den Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoff platzieren, damit die Patienten die volle Immunantwort erhalten.

Aber alle derzeit verfügbaren injizierbaren Grippeimpfstoffe seien keine Lebend-Impfstoffe, erklärt Milstone, daher sollte dies kein Problem sein. Experten legen ihre Hoffnung auf einen Covid-19-Impfstoff im November.

Mythos 4: COVID-19 und Grippe sind im Wesentlichen gleich

Zu der Meinung, Covid-19 und Grippe seien gleich, antwortet Milestone: "Es gibt einen epidemiologischen Unterschied." Dies wird anhand der Todesrate ersichtlich: Im Gegensatz zur Grippe, die im Winter häufig auftritt, nahmen die Covid-19-Fälle den ganzen Sommer über zu.

Dass es einen Unterschied zwischen Grippe und Covid-19 gibt, sollte sich bewusst gemacht werden, denn dies hat Auswirkungen auf alles: Es kann gezielter auf ernstere Entwicklungen reagiert sowie entschieden werden, wie lange jemand unter Quarantäne gestellt werden muss und wie sich Menschen verhalten sollten, die mit einer kranken Person in Kontakt gekommen sind.

Mythos 5: COVID-19 und die Grippe werden auf die gleiche Weise behandelt

Es gibt definitiv signifikante Überschneidungen bei den Symptomen von Covid-19 und Influenza wie Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit und Husten. Sie sind auch beide hoch ansteckende Atemwegsviren. In gewisser Weise kann sich eine Person, die an der Grippe erkrankt, so ziemlich genauso fühlen wie eine Person, die an Covid-19 erkrankt ist.

"Es gibt einige gemeinsame Grundsätze, die zu beachten sind. Erstens ist man ansteckend", betont Dr. Timothy Laird, Interims-Chefarzt der Health First Medical Group gegenüber der Huffpost.

Schützen Sie andere. Tragen Sie eine Maske, wenn Sie um Menschen sind. Jeder sollte ausgezeichnete Händehygiene praktizieren und Sie sollten sich so weit wie möglich isolieren. Zweitens: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Ruhe.

Wenn man jedoch weiß, welches Virus man hat, wird sich wahrscheinlich das eigene Verhalten danach richten. Die Forscher wissen noch nicht genau, wie lange jemand Covid-19 übertragen kann - doch sie gehen davon aus, dass die Zeit der Ansteckung länger ist als bei der Grippe.

Mit der Grippe können Menschen in der Regel wieder in den Alltag zurückkehren, wenn sie 24 Stunden lang fieberfrei sind. Bei Covid-19 sind es mindestens zehn Tage seit Symptome aufgetreten sind, und die Person ist dabei seit mindestens 24 Stunden fieberfrei. Wichtig ist hier, dass so viel wie möglich getestet wird, um sicherzugehen, dass man sich nicht mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hat.

Von Maximilian Vogel

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