Studie bestätigt Herpesviren als Auslöser für Multiple Sklerose

Viele Menschen tragen Herpesviren in sich. Dass diese gefährlicher sind, als sie aussehen, weiß die Medizin bereits. Doch jetzt wurde ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Epstein-Barr-Virus und Multipler Sklerose festgestellt.

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Herpesviren sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Diese oft lästigen und schmerzhaften Erscheinungen an Mund oder Genitalien können für Babys sogar lebensgefährlich werden.

Herpesviren lösen Krankheiten aus

Wie neueste medizinische Erkenntnisse zeigen, können Herpesviren Simplex Typ 1 alias HSV-1sogar Alzheimer auslösen. Herpesviren verschwinden nach einer überstandenen Infektion nicht, sondern bleiben im Körper, bis sie durch Faktoren wie Stress wieder aktiviert werden.

Doch nun haben neueste Studien ergeben, dass Herpesviren sogar der Auslöser einer anderen Krankheit sein könnte: die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS).

Neben Alzheimer auch Multiple Sklerose

Wie amerikanische Forschende zeigen, erhöht das Epstein-Barr-Virus (EBV) das Risiko einer Erkrankung an MS um den Faktor 32. Klemens Ruprecht, Leiter der MS-Ambulanz an der Berliner Charité, erklärt die Forschungsergebnisse folgendermaßen, so die Berliner Zeitung:

Diese Arbeit ist der letzte Puzzlestein. Die Ergebnisse lassen praktisch keinen Zweifel mehr an einem kausalen Zusammenhang zu.

Seit über zehn Jahren wird der Zusammenhang bereits vermutet, doch nun scheint der letzte Puzzlestein gefunden worden zu sein für diese nicht heilbare chronisch-entzündliche Erkrankung.

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Herpesviren  KATERYNA KON/SCIENCE PHOTO LIBRARY@Getty Images

Neue Studie bestätigt den Verdacht

Nun zeigt ein Forschungsteam rund um den Epidemiologen Alberto Ascherio von der Harvard Universität, welche Rolle Herpesviren bei dieser Autoimmunerkrankung spielen. Für die Studie dienten die Daten von mehr als zehn Millionen Militärangestellten.

Dank regelmäßiger Blutproben konnte festgestellt werden, dass EBV nicht nur eine Beleiterscheinung von MS ist, sondern die Krankheit auslöst. Denn die Untersuchten, die kein EBV hatten, hatten auch kein MS. Doch Patient:innen, die an MS leiden, haben kurz vor Auftreten der Symptome auch plötzlich EBV im Blut.

In Deutschland sind ca. 25.000 Menschen betroffen. Dabei werden im Zentralen Nervensystem die Myelinhüllen, die die Nervenzellen umgeben und schützen, vom Immunsystem angegriffen.

Die Auswirkungen der Autoimmunerkrankung auf den Körper sind ganz unterschiedlich - sie reichen von Sehstörungen bis hin zu Bewegungslähmung.

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