Schädlinge: Neuseeland will Igel ausrotten
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Invasive Arten: Neuseeland will Igel ausrotten

Im Süden Neuseelands beginnt im Juli ein Programm zur Ausrottung von Igeln. Diese wurden ursprünglich von britischen Kolonialisten eingeschleppt und stellen nun eine Bedrohung für die heimische Fauna dar.

Während der Igelbestand in Europa immer weiter zurückgeht, werden sie in Neuseeland zu einer echten Plage, dagegen will man nun vorgehen. In dem rund 2.300 Hektar großen Mackenzie-Becken soll im Juli ein Programm zur Ausrottung der Säugetiere starten, wie das Informationsportal Stuff berichtet.

Die Organisation Te Manahuna Aoraki rechnet damit, der Invasion dieser Art innerhalb eines Jahres Herr zu werden. Im 19. Jahrhundert wurden die Igel von britischen Kolonialisten in Neuseeland eingeschleppt, wo sie keine natürlichen Fressfeinde haben. Insgesamt hofft man, mit der Initiative 300.000 Hektar der Region in eine igelfreie Zone zu verwandeln.

Igel – Schädlinge Neuseelands

Auch für den Norden des Landes hat der Gemeinderat von Auckland den Erinaceus europaeus gemeinsam mit Ratten, dem Hermelin, dem Fuchskusu und anderen Arten auf die Liste schädlicher Tiere gesetzt, wie der neuseeländische Sender TVNZ bekannt gibt.

Die Igel gefährden endemische Tierarten, indem sie seltene Vogeleier, Eidechsen und Heuschrecken fressen. Damit nehmen sie auch dem Kiwi, dem symbolträchtigen Vogel Australiens, die Futtergrundlage. Nick Foster ist Doktorand der Universität in Otago und für die Igelforschung zuständig, gegenüber dem Guardianerklärt er:

Das Ausmaß des Schadens, den sie anrichten können, wird uns immer deutlicher.

Genau wie die Ziegen und die Schweine auf den Galapagos-Inseln oder die Gelbe Wiesenameise auf den Seychellen, sollen die Igel daher in Neuseeland ausgerottet werden. Dafür werden die kleinen Stacheltiere zum großen Schrecken ihrer Liebhaber gefangen, erschossen und vergiftet, wie der Guardian erläutert.

Der Igel soll in Neuseeland mit der Begründung "Schädling" ausgerottet werden. Yuhan Chang@Unsplash

Psychologische Barriere

Nick Foster gesteht jedoch, dass es eine gewisse "psychologische Barriere" bei der Ausrottung der Igel gibt und das nicht nur, weil sein natürlicher Lebensraum immer mehr zerstört wird und der sogenannte Igelschutz sie vor dem Aussterben bewahren soll:

Für die neuseeländischen Pākehā, die Einwohner, die von den europäischen Immigranten und Kolonialisten abstammen, sind die Igel seit Langem von großer Bedeutung. Sie wurden willentlich angesiedelt, um die Menschen an die Gärten in ihrer Heimat zu erinnern.

Dennoch verfolgt Neuseeland das drastische Ziel, bis 2050 sämtliche invasive Raubtiere auszurotten. Dazu gehören auch Wildkatzen, die ganz besonders schwer zu fangen sind.


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