Tourette-Syndrom: Symptome, Ursachen, Behandlung

Tourette-Syndrom: Symptome, Ursachen, Behandlung

Das Gilles-de-la-Tourette-Syndrom ist eine neurologische Störung. Sie äußert sich durch ungewollte Ticks, zu denen in manchen Fällen auch Verhaltensstörungen kommen.

Tourette-Syndrom: Definition

Das Tourette-Syndrom ist eine neurologische Störung, die sich durch unbeabsichtigte, wiederholt auftretende Ticks charakterisiert. Diese Ticks werden als unwiderstehlich empfunden: Die betroffene Person kann nicht anders, als ihre Ticks auszuleben. Die Ticks treten plötzlich, über eine kurze Dauer und stoßweise auf. Sie machen sich in Form von Bewegungen und Vokalisierungen bemerkbar.

Neben diesen Ticks kann eine Person mit Tourette-Syndrom auch eine oder mehrere Verhaltensstörungen aufweisen. Dabei kann es sich um ein Aufmerksamkeitsdefizit, Zwangsneurosen, Panikanfälle, Schlaf- oder Lernstörungen handeln.

Der Name des Syndroms kommt vom französischen Neurologen Georges Gilles de la Tourette, der das Syndrom erstmals im 19. Jahrhundert beschrieb.

Schätzungen zufolge ist eine Person von 2000 vom Tourette-Syndrom betroffen. Die Krankheit, die während der Kindheit auftritt, betrifft mehr Jungen als Mädchen.

Tourette-Syndrom: Symptome

Die Symptome des Tourette-Syndroms variieren von einer Person zur anderen. Die ersten Symptome treten in der Regel in der Kindheit auf, insbesondere zu Beginn der Schulzeit. Oft sind es die Lehrer, die die ersten Anzeichen feststellen. Es kann durchaus vorkommen, dass die Eltern die Ticks zu Beginn nicht bemerken.

Oft sind es die motorischen Ticks, die zuerst auftreten, vor allem die im Bereich des Gesichts, des Kopfes und der Schultern (Augenzwinkern, Zusammenziehen des Munds). Ticks in Verbindung mit Geräuschen (z.B. ein Hochziehen der Nase oder das Schnalzen mit der Zunge) treten in der Regel später auf.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Ticks bei Personen mit Tourette-Syndrom: Einfache und komplexe Ticks.Zu einfachen Ticks gehören zum Beispiel Grimassen, Schulterzucken, Japsen oder Räuspern. Unter komplexen Ticks versteht man Springen, das Berühren von anderen Menschen oder Dingen, das Wiederholen eines Wortes, das man gerade gehört hat, oder das Verwenden von Schimpfwörtern. Manche dieser Ticks, die unkontrollierbar sind, können das Umfeld der am Tourette-Syndrom erkrankten Person verstören.

Die Ticks variieren nicht nur zwischen den verschiedenen Personen, sondern auch bei ein und derselben Person. Ein Tick kann verschwinden und ein neuer tritt an seinen Platz. Die Häufigkeit und Intensität der Ticks und der betroffene Körperteil können sich ebenfalls mit der Zeit ändern.

Auch wenn Personen mit Tourette-Syndrom mit fortschreitendem Alter ihre Ticks besser kontrollieren können, bleiben die Ticks zwanghaft. Ein Zurückhalten ist nur über einen begrenzten Zeitraum möglich, etwa während der Arbeitszeit. 

Tourette-Syndrom: Ursachen

Die genauen Ursachen des Tourette-Syndroms sind unbekannt, aber Forscher sind der Meinung, dass die Krankheit zu einem Großteil genetisch bedingt ist. 

Die verantwortlichen Gene konnten noch nicht identifiziert werden, aber Studien haben gezeigt, dass eine Person mit Tourette-Syndrom ein 50%iges Risiko hat, das Gen an ihr Kind weiterzugeben. Allerdings können die Symptome beim Kind in anderer Form in Erscheinung treten, zum Beispiel in Form von kleinen Ticks oder durch Zwangsneurosen. 

Manche Faktoren wie Stress, Müdigkeit und Angst erhöhen die Intensität und die Häufigkeit der Ticks, während ruhige Situationen und Momente, die eine große Konzentration erfordern, sie verringern. 

Tourette-Syndrom: Behandlung

Das Tourette-Syndrom ist unheilbar. Allerdings gelingt es den meisten Betroffenen, ein halbwegs normales Leben ohne die Einnahme von Medikamenten zu führen. Andere Patienten hingegen brauchen Medikamente, um die Symptome zu minimieren, da diese sie daran hindern, den Alltag zu bewältigen.

• Carina Levent