Pablo Escobars Erbe: "Kokain-Hippos" verbreiten sich unkontrolliert
Pablo Escobars Erbe: "Kokain-Hippos" verbreiten sich unkontrolliert
Pablo Escobars Erbe: "Kokain-Hippos" verbreiten sich unkontrolliert
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Pablo Escobars Erbe: "Kokain-Hippos" verbreiten sich unkontrolliert

Von Ipek Nesin

Der 1993 verstorbene Drogenboss Pablo Escobar sorgt noch immer für Aufruhr – zumindest indirekt. Denn die Nilpferde, die er nach Kolumbien geschmuggelt hat und die mit ihm auf seinem privaten Anwesen gelebt haben, verbreiten sich unkontrolliert und bereiten der Regierung und Forschern gewaltiges Kopfzerbrechen.

Kängurus, Elefanten und Löwen – einen Privatzoo mit exotischen Tieren hätte man bei einer Persönlichkeit wie dem berüchtigten Drogenbaron Pablo Escobar vermutlich nicht erwartet. Und doch war der Tierpark nur eine von vielen Attraktionen auf seinem Anwesen, der Hacienda Nápoles. Nach dem Tod Escobars sind die Lebewesen in Zoos gekommen oder verstorben. Nur eine Tierart lebt bis heute in Freiheit und erfreut sich bester Gesundheit.

Wie die Karnickel

Zu Lebzeiten hielt Pablo Escobar vier Nilpferde in seinem Zoo. Im Gegensatz zu den anderen Tieren blieben die Hippos aber auf dem Gelände der Hacienda und genossen das tropische Klima Kolumbiens. So sehr, dass sich die Zahl der Nilpferde mittlerweile auf 80 Tiere vergrößert hat. Sehr zum Leidwesen der kolumbianischen Regierung.

"Wir haben ein Ziel: das unkontrollierbare Wachstum der Nilpferde zu stoppen", erklärt David Echeverri, Biologe der regionalen Umweltstelle Cornare, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Denn die Hippos verdrängen nicht nur heimische Tierarten, sie schaden auch dem Ökosystem und verändern die Wasserqualität.

Nilpferde sind Touristenmagneten

Dass die Nilpferde zum Problem werden, ist den Biologen schon vor zehn Jahren klar geworden. "Wir begannen, die Population zu studieren, um zu sehen, ob es eine sofortige Lösung gibt", sagt Biologe Echeverri. Die gab es nicht. Bis heute sind gerade einmal zehn Tiere kastriert worden und vier sind in Zoos untergekommen.

Die Hippos zu töten, was Forscher empfehlen, kommt für die Bevölkerung und Tierliebhaber aber nicht infrage. So wurde die Nilpferdejagd 2012 sogar gerichtlich verboten. Zudem boomt der Tourismus. Escobars Hacienda ist heute ein Freizeitpark, in dem Bootstouren zu den Nilpferden sowie Nilpferd-Streicheln angeboten werden.

Ein Verhütungsmittel für Hippos muss her

Die Forscher wollen daher einen neuen Weg gehen: Ein Verhütungsmittel für Großtiere soll her. Das hat die kolumbianische Botschaft in den USA bereits angefordert. So kann die Population von Escobars "Kokain-Hippos" auf (mehr oder weniger) natürlichem Weg in Schach gehalten werden.


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