Nora Tschirner spricht über ihre Depressionen: "Ich hatte Angst, ich würde mich auflösen"

Tatort-Star Nora Tschirner ist für ihre offene und fröhliche Art bekannt. Doch in einem Podcast spricht die Schauspielerin nun zum ersten Mal offen über ihre Depressionen - und wie sie die Krankheit besiegen konnte.

Nora Tschirner
© Sebastian Reuter@Getty Images
Nora Tschirner

Seit ihren Anfängen beim Musiksender MTV begeistert Nora Tschirner mit ihrer quirligen und offenen Art. Doch nun berichtet sie im Podcast Hotel Matze, dass sie immer wieder mit ihren Dämonen kämpfen musste. Denn die Schauspielerin leidet sehr lange Zeit unter Depressionen.

Offener Umgang mit der Krankheit

Dem Moderator Matze Hielscher erzählt die Schauspielerin, dass sie damals in der Schule, im Biologieunterricht, das erste Mal von der Krankheit erfährt: "Damals war mir noch völlig unklar, was das sein soll. Nicht viele Jahre später erfuhr ich am eigenen Leib, was das ist." Sie habe, so Tschrirner weiter, im Selbstversuch mitbekommen, was depressive Verstimmungen sind.

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Nora Tschirner spricht offen wie nie über ihre Krankheit  picture alliance@Getty Images

Doch bei den Verstimmungen bleibt es nicht, wie die Schauspielerin offenbart. Auch habe sie eine Klinik aufsuchen müssen, um gegen die Depressionen zu kämpfen. Sie spricht auch über ihre Angst vor ihrer ersten Therapie:

Ich weiß noch, ich hatte die Angst, ich würde mich auflösen. Ich hatte so Angst davor, dass ich dachte: Wenn ich da hingucke, in den Abgrund, verliere ich den Halt, dass ich mich dematerialisiere.

Sie will anderen Mut machen

Heute hat Nora Tschirner die Krankheit besiegt und versucht mit ihrer Offenheit das Thema Depression in der Gesellschaft zu enttabuisieren. Denn für viele sei eine Therapie noch einem "sozialen Selbstmord gleich". Doch sie habe bereits viele Freunde durch Gespräche dazu bringen können, ihre Probleme anzugehen und durch eine Therapie zu lösen:

Das, was in der Therapie passiert, ist dass man in dieses große, dunkle, merkwürdige, bedrohliche Fass guckt, was jeder in sich hat. Das eigene Ich, die eigenen Ängste, die ganzen unbearbeiteten Emotionen. Viele Leute verbringen ihr Leben damit, dass dieses Fass hinter ihnen steht und tun, als gäbe es dieses Fass nicht. Sich umzudrehen und mal hinzugucken, ist eigentlich der Schritt, wenn man eine Therapie anfängt.

Besonders in der Corona-Krise sei es wichtig, so der Tatort-Star weiter, seine Ängst und Probleme anzusprechen und zu thematisieren:

Wenn wir es jetzt nicht hinkriegen, mit unseren Ängsten umzugehen und sie zu entdecken und zu zähmen, bevor hier bestimmte Zahlen von Todesfällen und wirtschaftliche Problemen auftreten, dann kann es sein, dass uns das zusätzlich noch mal sehr um die Ohren fliegt.
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