Keine Querdenker: Promis nehmen Stellung zur Aktion #allesdichtmachen

Deutsche Promis sorgen mit einem satirischen Video über die Corona-Maßnahmen im Internet für viel Aufsehen. Für diese Aktion hagelt es jetzt heftige Kritik.

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Am Donnerstagabend werden die Hashtags #allesdichtmachen, #niewiederaufmachen und #lockdownfürimmer rasend schnell zu den am meisten verwendeten bei Twitter in Deutschland.

Promis machen "Kunst" und parodieren die Corona-Maßnahmen der Politik, müssen aber schon kurz darauf heftige Kritik einstecken - vor allem von den Kollegen.

Promis stellen satirisches Video ins Netz

Am Donnerstag laden insgesamt 50 deutsche Prominente kurze Videos auf Instagram und Youtube hoch, in denen sie die Corona-Politik auf die Schippe nehmen.

Dabei setzt jeder den Fokus ein bisschen anders. Die Münchner Firma Wunder Am Werk GmbH ist für die Aktion verantwortlich und die Website stürzt zwischenzeitlich aufgrund der zahlreichen Aufrufe sogar ab.

Gegenüber dem Spiegel, bestätigt der Geschäftsführer Bernd K. Wunder, dass seine Firma dahintersteckt. Seine Meinung zum Thema ist klar, denn er sagt nicht viel mehr als: »Das ist Kunst.«

Kritik von den Kollegen und Beifall von den Querdenkern

Dass das "Kunst" sei, sehen allerdings nicht alle so. Vor allem aus den Rängen der deutschen Promis hagelt es vielfältige Kritik, die zuweilen auch ganz kunstvoll gestaltet ist.

So äußert Tatort-Darstellerin Nora Tschirner ihre Meinung auf Instagram mit dem Hashtag #makecynismgreatagain. Notfallsanitäter und Moderator Tobias Schlegl twittert:

Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben.

Auch Jan Böhmermann erfindet anlässlich der Aktion einen neuen Hashtag: #allenichtganzdicht. Er verlinkt das "einzige Video, das man sich ansehen sollte, wenn man Probleme mit Corona-Eindämmungsmaßnahmen hat" von der Charité Berlin.

Vielleicht nicht ganz unvorhergesehen, erhalten die Satiriker auch Lob. Und war sowohl von der AfD, als auch von Mitgliedern der Querdenkerszene. Die AfD-Bundestagsabgeordnete Joana Cotar twittert:

Das ist intelligenter Protest.

Auch Hans-Georg Maaßen, der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, findet die Aktion "großartig". Laut dem Hamburger Virologen Jonas Schmidt-Chanasit ist sie ein "Meisterwerk", das "uns sehr nachdenklich machen" sollte.

Heike Makatsch und Jan Joseph Liefers distanzieren sich

Heike Makatsch hat mit einer solch heftigen Reaktion wohl nicht gerechnet, denn schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Videos, ist es schon nicht mehr online zu finden. Sie entschuldigt sich auf Instagram:

Ich distanziere mich klar und eindeutig von rechtem Gedankengut und rechten Ideologien. Schon immer. Ich will niemals das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen schmälern und sie womöglich dadurch verletzen. Soll das geschehen sein, so bitte ich um Verzeihung.“ Ihr Video zog Makatsch zurück.

Ihr Schauspielkollege und Sänger Jan Josef Liefers hingegen rechtfertigt sich bei Twitter. Sein Video solle ein „ironischer Kommentar über Prioritäten von Medien“ sein. Von der Querdenker-Bewegung distanziert er sich klar.

So kontrovers diese Aktion auch sein mag, die deutschen Promis sind nicht die einzigen, die Kritik an der Corona-Politik Deutschlands ausüben. Zum Teil kommt die heftigste Kritik aus den Reihen der Politiker selbst.