"Geschlagen, bedroht und erpresst": Im R. Kelly-Prozess kommen schockierende Details ans Licht

Am vergangenen Mittwoch hat der Strafgerichtsprozess gegen den Sänger R. Kelly begonnen. Die dabei enthüllten Details über sein kriminelles Handeln sind schockierend. Mehr über den Fall erfahrt ihr hier.

"Geschlagen, bedroht und erpresst": Im R. Kelly-Prozess kommen schockierende Details ans Licht
Weiterlesen
Weiterlesen

R'n'B-Sänger R. Kelly muss sich wegen seiner kriminellen Taten vor Gericht verantworten. Mitunter werden ihm Schutzgelderpressung, sexueller Missbrauch und Bestechung vorgeworfen.

System der Kriminalität

Am Prozesstag beschreibt die vorsitzende Staatsanwältin Maria Cruz Melendez, dass es sich bei R. Kelly um ein regelrechtes System der Kriminalität handelt. Die Opfer wurden "für Sex angeworben, von seinem inneren Kreis bezahlt, oft aber auch bedroht und zum Schweigen gebracht".

Nicht er allein ist demnach für die Straftaten, die sich über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten erstrecken, verantwortlich, sondern auch etliche Mitarbeiter:innen des Musikers.

Opfer waren Fans

So sollen seine Assistent:innen Flüge für die Mädchen und Frauen gebucht haben, welche sie zu Kelly gebracht haben. Einige sind für die erste Kontaktaufnahme der Opfer zuständig gewesen, andere wiederum, um ihnen Angst und Druck zu machen.

Die Anwältin Melendez unterstellt ihm, seine Popularität für seine Verbrechen genutzt zu haben. Die Opfer sind demnach Fans des Sängers gewesen, welche ihn anfangs verehrten und ihm deshalb gehörig gewesen sind.

Erniedrigende Regeln

Mit dem Kontakt zu dem Sänger folgt dann auch eine Liste voller absurder Regeln, welche die minderjährigen Mädchen und jungen Frauen einhalten mussten. R. Kelly bestimmt über ihren sexuellen Kontakt mit anderen, ihrem unterlegenen Verhalten ihm gegenüber und sogar die Uhrzeiten, wann sie auf Toilette gehen dürfen.

Im Falle, dass die Opfer eine Regel brechen, hat dies schwere Konsequenzen. Melendez beschreibt vor Gericht, mit welchen Folgen die Mädchen - und teilweise auch Jungen - zu rechnen hatten, wie folgt:

Sie wurden geschlagen, bedroht, erniedrigt und erpresst. Ebenfalls wurden sie mit Sex-Videos und Nacktbildern erpresst, um nicht an die Öffentlichkeit zu gehen.

Beschreibungen der Opfer schockieren

In der gerichtlichen Präsentation wurden sechs Fälle von Opfern vorgestellt, die an Brutalität und schockierenden Details nicht zu übertreffen sind.

Ein Opfer war gerade Mal 22 Jahre alt, als sie von R. Kelly zu einem Interview eingeladen wird. Der Sänger soll sie dann drei Tage lang in einen Raum eingesperrt und sie im Schlaf vergewaltigt haben. 16 Jahre lang schweigt die junge Frau, da sie und ihre Familie bedroht werden.

Im Falle einer Verurteilung könnten R. Kelly mindestens zehn Jahre Haft bevorstehen, im schlimmsten Fall büßt ihm der Knast sogar lebenslänglich.

R.-Kelly-Prozess: Der Sänger wird schuldig gesprochen R.-Kelly-Prozess: Der Sänger wird schuldig gesprochen