Krankhafte Sucht: Berliner Polizei entdeckt tierische Hölle hinter diesen Mauern

Krankhafte Sucht: Berliner Polizei entdeckt tierische Hölle hinter diesen Mauern

Ein anonymer Tipp bringt die Polizei an eine Adresse im brandenburgischen Teltow. Als sich die Beamten Zugang zu dem unscheinbar wirkenden Haus verschaffen, trauen sie ihren Augen nicht. Die Sucht der Bewohnerin hat das Wohnhaus in die reine Hölle verwandelt.

Heute ist das Haus als die "Katzenhölle von Teltow" bekannt. Die Besitzerin beherbergt dort 93 stark verwahrloste Kätzchen - sie ist eine sogenannte Animal Hoarderin. Das bedeutet, sie leidet an einer Sammelsucht, also dem krankhaften Zwang, immer mehr Tiere zu halten und zu züchten.

Die 93 Kätzchen hatten sich in ihrem Haus ungebremst vermehrt und lebten ungepflegt und in ihren eigenen Exkrementen. Ermittlungen beginnen, als 20 britische Kurzhaar-Katzen gefunden wurden und danach 17 weitere, die alle die gleichen Symptome aufweisen. Ein anonymer Tipp bringt die Ermittler auf die Frau, die somit insgesamt 130 verwahrloste Katzen bei sich zu Hause beherbergt hat!

Würmer, blutiger Durchfall und Salmonellen

Fast alle der Fellnasen sind schwer krank, als sie von der Polizei gefunden werden. Die meisten plagen Parasiten, eitrige Augen und Pilze. Viele leben außerdem mit Katzen-Schnupfen, Würmern und blutigem Durchfall. Da zu den Krankheiten auch Salmonellen gehören, welche auch Menschen gefährlich werden können, müssen die Katzen nun mit Antibiotika behandelt werden. Erst dann können sie weitervermittelt werden.

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Tierarzt Fordon Ebeling von Tiere e.V. kümmert sich um die geretteten Tiere. "Vier erwachsene Katzen hatten Bauchwassersucht, also den Bauch voll Eiter. Sie mussten eingeschläfert werden", sagt er gegenüber Bild. Außerdem seien sechs Baby-Kätzchen von Keimen derart geschwächt gewesen, dass sie die Tortur nicht überlebten.

Konsequenzen für die Halterin

Mittlerweile steht außerdem fest, dass die Animal Hoarderin im Sommer letzten Jahres bereits insgesamt 37 kranke Kätzchen - in ähnlichem Zustand wie dieses hier - in Berlin ausgesetzt hat. Den 20 britischen Kurzhaar-Katzen, die in Berlin-Lichterfelde gefunden wurden, und den 17 in Berlin-Zehlendorf aufgetauchten Tieren geht es inzwischen besser, einige von ihnen konnten sogar schon vermittelt werden. Die grausamen Taten der Animal Hoarderin werden nun mit einem Halte- und Zuchtverbot bestraft.

Maximilian Vogel
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