Angst vor Spinnen ist nie wieder notwendig mit dieser Methode!

Angst vor Spinnen ist nie wieder notwendig mit dieser Methode!

Zwei Wissenschaftler des Fachbereichs Psychologie der Universität Amsterdam haben eine Behandlungsmethode entwickelt, mit der ihr eure Angst vor Spinnen in nur zwei Minuten loswerdet.

Stellt euch die folgende Situation vor: Ein Raum, in dessen Mitte ein geöffneter Glasbehälter steht und worin sich eine Vogelspinne befindet. Außerdem befindet sich in dem Zimmer: eine Frau mit vor Angst panischem Blick. Diese Frau nimmt als Freiwillige an einer Studie zur Bekämpfung von Arachnophobie teil. Ihre Aufgabe in diesem Moment ist es, die Spinne zu berühren.

Unglaubliche Ergebnisse 

Vorsichtig nähert sich die Arachnophobie-Patientin dem Tier, das die gleiche Größe hat wie ihre Faust. Als sie den Glasbehälter erreicht, streckt sie ihre Hand aus und steckt sie hinein. Das Unmögliche wird wahr: Die Frau streichelt die Vogelspinne nicht nur, sondern will es sogar wiederholen.

In weniger als zwei Minuten hat sich die Freiwillige von ihrer lähmenden Angst vor Spinnen befreit. Allerdings steckt dann doch mehr dahinter als ein reines Wunder. Für das Experiment wurde der Patientin eine kleine Dosis Propranolol verabreicht, ein Betablocker, der für gewöhnlich gegen Bluthochdruck eingesetzt wird.

Propranolol als Angsthemmer

Die psychologischen Wissenschaftlerinnen Marieke Soeter und Merel Kindt der Universität Amsterdam konnten im Rahmen dieser Studie die Wirksamkeit des Medikaments zur Bekämpfung von Arachnophobie noch an weiteren vierzehn Testpersonen nachweisen.

"Die Freiwilligen konnten es einfach nicht glauben, manche haben sogar gefragt, ob sie die Spinnen in die Hand nehmen dürfen", berichtet Merel Kindt der Washington Post. Auch in der Zeitschrift Behavioral psychiatry wurden die beeindruckenden Ergebnisse dieser Studie besprochen und erklärt, wie die Phobie mithilfe des Propranolols innerhalb von nur zwei Minuten gehemmt werden kann.

Ein Behandlungsfortschritt, den die meisten Psychologen sonst erst nach monate- oder jahrelanger Arbeit mit den Patienten erzielen. Um die Studienergebnisse zu bestätigen, wurde das Experiment an weiteren 45 unter Arachnophobie leidenden Personen durchgeführt. Für den Test wurde den Patienten per Zufallsverfahren entweder ein Placebo oder Propranolol verabreicht.

Im Vergleich zu den Patienten, die Propranolol erhalten hatten, konnten die Forscher bei den Placebo-Patienten ein wesentlich stärkeres Vermeidungsverhalten feststellen. Die Wirkung hält übrigens nicht nur wenige Stunden an, sondern ein ganzes Jahr.

Eine Behandlung für das selektive Gedächtnis

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Den Verfassern der Studie zufolge, hilft das Propranolol den Patienten dabei, Erlebnisse wie jenes mit der Vogelspinne als weniger traumatisch zu empfinden. Die Behandlung wirkt auch auf das selektive Gedächtnis und hilft Arachnophoben, angstbedingte Traumata zu vergessen.

"Uns ist erstmals der Beweis gelungen, dass, wenn man ein ‘Medikament zum Vergessen' mit verdrängten Erinnerungen zusammenbringt, dies bei Phobie-Patienten eine offenere Haltung gegenüber ihrer Ängste bewirken kann", erklärt Merel Kindt. "Diese neue Behandlungsmethode bezieht sowohl Aspekte der Chirurgie als auch der Therapie mit ein", fügt sie hinzu.

Die scheinbar unüberwindliche Hürde der Arachnophobie könnte also ganz einfach mit einer Dosis Propranolol und der kurzen Konfrontation mit einer Spinne behoben werden. Die Wissenschaftler wollen die Experimente nun mit mehr Patienten durchführen, bei denen die Phobie besonders stark ausgeprägt ist.

• Maximilian Vogel
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