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Veröffentlicht am 17/09/2026 um 12:00 von der Redaktion

"eine der meistgehassten Steuern" fällt weg: Was bedeutet das für Italiens Autofahrer?

Italiens Regierung setzt ein überraschendes Signal: Millionen Autofahrer werden im kommenden Jahr keine Kfz-Steuer zahlen müssen. Was steckt hinter der Entscheidung, die laut Giorgia Meloni eine der meistgehassten Steuern betrifft?

Die aktuelle wirtschaftliche Lage zwingt viele Italiener zum Umdenken, besonders wenn es ums Autofahren geht. Der Anstieg der Spritpreise verdirbt immer mehr Menschen die Laune und macht das eigene Auto schnell zum Luxus. Um die Bürger zu entlasten, streicht die Regierung ab 2027 für rund 14,5 Millionen Fahrzeuge die Kfz-Steuer. Damit setzt Premierministerin Giorgia Meloni ein klares Zeichen: Sie will die Haushalte im Land spürbar entlasten.

Diese Entscheidung kommt gerade zur rechten Zeit. Mit einem Benzinpreis von 2,13 Euro und Diesel zu 2,24 Euro pro Liter sind die Budgets vieler Familien bereits jetzt am Limit. Hinzu kommt: Die Jahressteuer auf den fahrbaren Untersatz kann besonders in großen Städten wie Rom und Regionen wie der Toskana empfindlich zu Buche schlagen. Für viele ist ihr Auto unverzichtbar, sei es für den Weg zur Arbeit oder um den Nachwuchs in die Schule zu bringen. Solch ein staatlicher Eingriff klingt da für Betroffene wie Musik in den Ohren.

Giorgia Meloni nennt die Abgabe „eine der meistgehassten Steuern“ – sie spricht damit vielen aus der Seele. Die Kfz-Steuer, der sogenannte bollo auto, ist für zahlreiche Italiener ein ständiges Ärgernis. Sie wird pro Kilowatt Motorleistung berechnet und trifft somit vor allem Normalverdiener mit älteren oder familientauglichen Fahrzeugen.

Angesichts der enormen Preissprünge an den Zapfsäulen überrascht es nicht, dass die Regierung reagiert. Der Schritt wird als gezielte Antwort auf die belastende Kraftstoffpolitik gesehen, die immer mehr mittlere und kleinere Einkommen in die Enge treibt. Familien, Studenten oder Rentner mit sparsamen Modellen profitieren davon besonders. Wer einmal im Jahr den bollo auto zahlt, kennt den Frust – jetzt könnten viele erleichtert ausatmen. Gleichzeitig bleibt aber auch die Frage: Wird diese Entlastung auf Dauer Bestand haben oder handelt es sich nur um eine kurzfristige politische Reaktion?

Befreiung für Millionen – aber nicht für alle

Allerdings gilt das Steuer-Aus nicht für jeden. Profiteure sind Besitzer von Autos, Motorrädern und Rollern mit einer Leistung bis 80 Kilowatt, also etwa 110 PS. Wer einen stärkeren Motor fährt oder einen Zweitwagen besitzt, muss wie gehabt zahlen. Ebenso bleibt die Regelung auf ein Fahrzeug pro Person beschränkt. In Zahlen bedeutet das: Rund 14,5 Millionen Fahrzeuge sind betroffen, eine beachtliche Summe im Autoland Italien.

Mit dieser Grenze stellt die Regierung sicher, dass vor allem Durchschnittsbürger entlastet werden. Der Luxus-SUV oder das Zweitauto für Wochenendtouren fallen aus dem Raster, ebenso wie leistungsstarke Sportwagen. Wer also meint, sich über mehrere günstige Fahrzeuge freuen zu können, schaut in die Röhre. Die Politik scheint bewusst Familien mit einem einzigen, häufig genutzten Gefährt unterstützen zu wollen. Diese Grenze unterscheidet die Maßnahme auch von pauschalen Steuererleichterungen, wie es sie in anderen Ländern schon mal gab.

Motorrad- und Motorroller-Besitzer wurden in den Erlass ausdrücklich eingeschlossen. Gerade in den Ballungszentren Italiens sind Roller das gängigste Verkehrsmittel überhaupt. Für sie gelten oft die gleichen finanziellen Nöte beim Tanken, die Pkw-Fahrer schon lange spüren. Doch mit der gesetzlichen Deckelung bleibt der Bonus überschaubar – italienischer Pragmatismus eben.

Regionen im Clinch: Finanzielle Lücke bleibt groß

Das Manöver hat noch eine andere Seite. Die Kfz-Steuer fließt üblicherweise direkt in die Kassen der Regionen. Laut Schätzungen belaufen sich diese Einnahmen jährlich auf mehr als 7 Milliarden Euro. Das Kabinett stellt rund 2,3 Milliarden Euro als Kompensation in Aussicht, doch lokale Politiker und Wirtschaftsorganisationen finden diesen Betrag deutlich zu gering.

Gerade in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte ist das ein heißes Eisen. Die Regionen reagieren kritisch, denn sie fürchten massiven Druck auf eigene Sozial- und Infrastrukturprojekte. Während der Zentralstaat mit rund 2,3 Milliarden Euro einen ersten Schritt unternimmt, bleibt der Rest der Rechnung offen. Viele Regionalpräsidenten sehen sich gezwungen, an anderer Stelle zu sparen. Die Diskussionen über zusätzliche finanzielle Hilfen dürften also weitergehen.

Insbesondere in Gebieten mit starkem Pendleraufkommen oder Tourismus wie Lazio oder der Toskana könnten die Finanzengpässe fühlbar werden. Dort ist der bollo auto eine stabile Einnahmequelle. Schon jetzt kursieren Forderungen nach einer Nachbesserung im Finanzausgleich, nicht nur von Politiker-Seite, sondern auch aus den Reihen der Wirtschaftsverbände. Niemand möchte, dass die Schuld für steigende Gebühren in anderen Bereichen plötzlich bei den Autofahrern landet.

Steigende Spritpreise und regionale Unterschiede

Aktuell zahlen italienische Autofahrer für einen Liter Benzin knapp 2,13 Euro, für Diesel sogar 2,24 Euro. Kein Wunder also, dass die Steuer als Belastung empfunden wird. Die Preise für die jährliche Kfz-Steuer variieren je nach Region: In Rom liegt der Satz zwischen 3,30 und 4,95 Euro pro Kilowatt, in der Toskana zwischen 2,71 und 5,45 Euro. Für viele Familien macht das einen spürbaren Unterschied.

Die Unterschiede hängen auch davon ab, wie groß das eigene Auto ist – gerade Fahrzeuge mit etwas mehr Leistung können teuer werden. Besonders in wirtschaftlich schwächeren Landesteilen wie Süditalien sei der Spareffekt spürbar, berichten lokale Experten laut preventivo-assicurazioni.it. Für viele sei das Auto kein Luxusstatus, sondern schlicht notwendig, um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen.

Giorgia Meloni hat die Absicht, ihre Ankündigung mit konkreten Maßnahmen zu unterfüttern – viele erhoffen sich damit eine langfristige Senkung der Fixkosten. Ob die Maßnahme langfristig Bestand hat, bleibt aber offen. Immerhin: Mehr als 14 Millionen Menschen bekommen vorerst eine spürbare Erleichterung im kommenden Jahr. Die Diskussionen um Kosten und Finanzen dürften jedoch nicht so schnell abreißen.

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Verwendete Quelle:

Meloni-Regierung streicht Millionen Autofahrern die Kfz-Steuer