US-Jägerin tötet Giraffe und sorgt für Entsetzen
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US-Jägerin tötet Giraffe und sorgt für Entsetzen

Das größte Landsäugetier ist vom Aussterben bedroht und sorgt auf traurige Art für Schlagzeilen, nachdem eine Amerikanerin ein Foto von sich gepostet hat, auf dem sie stolz vor dem Kadaver einer Giraffe steht. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken haben nicht lange auf sich warten lassen. In den Tweets werden die lokalen Behörden scharf kritisiert, da diese es Touristen erlauben, gegen Geld bedrohte Arten zu jagen.

2016 hat die Internationale Naturschutz-Union (IUCN) die Öffentlichkeit über das allmähliche Aussterben der Giraffen informiert. In 30 Jahren ist die Population des größten Landsäugetiers um 40% zurückgegangen. Die Giraffe ist so auf die lange, rote Liste der bedrohten Arten gekommen. Angesichts dieser Fakten versteht man die Wut, die infolge des Fotos, das von Tess Thompson Talley auf Facebook veröffentlicht wurde, losbrach, umso besser.

Jägerin wird beschimpft

„Meine Gebete dafür, dass mein Traum als Jägerin Realität werden, sind erhört worden. Ich habe dieses seltene schwarze Giraffenmännchen ausgemacht. Ich habe ihm eine Zeitlang nachgestellt. Ich wusste, dass er der Richtige war. Er war über 18 Jahre alt, wog 4.000 Pfund (ca. 1.800 Kilo) und ich konnte davon ungefähr 2.000 Pfund (ca. 900 Kilo) Fleisch nutzen.“ Diese Bildbeschreibung setzte die blonde Frau aus Kentucky unter das Bild, das sie bei einer Safari im Jahr 2017 zeigt, eine Hand gen Himmel gestreckt und in der anderen eine Flinte neben dem Kadaver einer Giraffe, die sie gerade getötet hatte.

Der Post erschien auf ihrem Facebook-Account und wurde seitdem gelöscht. Er hätte unbemerkt oder nur unter den Freunden von Tess Thompson Talley bleiben können. Aber die Seite AfricLand Post hat ihn auf ihrem Twitteraccount veröffentlicht und mit einem wütenden Kommentar versehen: „Eine weiße, amerikanische Wilde, die offensichtlich zum Teil Neanderthalerin ist, kommt nach Afrika und tötet eine seltene schwarze Giraffe – dank der Dummheit Südafrikas. Sie heißt Tessa Thompson Talley. Bitte teilen.“

Und dieser Post wurde sehr oft geteilt! Der Post der Zeitung wurde fast 40.000 retweetet und geht auch weiterhin um die Welt. Er schockiert Unbekannte wie auch Prominente, die keinerlei Hemmungen haben, Tessa Thompson Talley in den sozialen Netzwerken zu beleidigen. So hat die amerikanische Schauspielerin Debra Messing sie zum Beispiel auf Instagram als „ekelhafte, gemeine, unmoralische, herzlose, egoistische Mörderin“ bezeichnet. Der Musiker Moby sagte, wer so etwas tue, habe keine Seele.

Eine Giraffe, die „zu alt war, um sich fortzupflanzen“

Im Gegensatz zu dem, was viele schrieben, handelt es sich bei der „schwarzen Giraffe“ nicht um eine seltene Art, sondern um gar keine Art und auch keine Unterart. Das Fell der Giraffen wird im Alter von Natur aus dunkler. Infolge der heftigen Reaktionen, die ihr Post auslöste, hat die Amerikanerin sich damit gerechtfertigt, dass das getötete Exemplar „zu alt gewesen [sei], um sich fortzupflanzen“ und dass das Männchen drei andere getötet hatte, die jünger und in der Lage waren, sich fortzupflanzen. So habe es die Giraffenpopulation negativ beeinflusst.

„Die Giraffe, die ich getötet habe, gehörte zur südafrikanischen Giraffen-Unterart. Ihre Anzahl steigt in Wirklichkeit, und zwar inbesondere dank der Jäger und der Schutzprogramme, die größtenteils mit den Geldern finanziert werden, die durch Trophäenjagden verdient werden. Das getötete Exemplar gehörte nicht zu einer seltenen Art und war sehr alt“, rechtfertigte sich die Jägerin in einer Email an Fox News. „Das nennt man Arterhaltung durch Regulierung der Fauna“, betonte sie.

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Diese Argumente waren nicht überzeugend und haben die Debatte über die Trophäenjagden neu entfacht, die in manchen afrikanischen Ländern erlaubt sind, wo Jäger dazu bereit sind, tausende Euro zu bezahlen, um ein Exemplar der „Big Five“ zu erlegen.

Von Fred Eilig
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