Hartz-IV-Frau bringt CDU-Mann Jens Spahn in Bedrängnis
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Hartz-IV-Frau bringt CDU-Mann Jens Spahn in Bedrängnis

Jens Spahn (CDU) hat behauptet, mit Hartz IV habe „jeder das, was er zum Leben braucht“. Viele sehen in dieser Aussage des Politikers ein Zeichen von Überheblichkeit und Weltfremdheit. Auch Sandra Schlensog. Die Mutter aus Karlsruhe ist selbst Hartz-IV-Empfängerin. Mit einer Online-Petition hat sie eine heiße Diskussion über Hartz IV entfacht. Jetzt wird sie tatsächlich auf Jens Spahn treffen.

In ihrer Online-Petition fordert Sandra Schlensog Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu auf, einen Monat lang von Hartz IV zu leben. Jetzt wird die 40-Jährige Spahn unter vier Augen sprechen. Spahn hat einem Treffen mit der Karlsruherin zugestimmt.

Auch Wochen nach Spahns Äußerung, Hartz IV bedeute nicht Armut, sondern sei viel mehr die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut, bringen diese Worte die alleinerziehende Mutter noch immer in Rage: „Er tritt auf die Menschen, die sich am wenigsten wehren können. Ich finde das einfach frech.“ Auf die Frage hin, worauf sie den Gesundheitsminister ansprechen wolle, zeigt sich Sandra kämpferisch: „Ich habe Herrn Spahn einiges zu sagen.“ Ihre Kernthemen: „Ich fordere eine Beendigung der Sanktionen und eine Erhöhung des Mindestlohns. Der ist so gering, dass viele Leute trotzdem aufstocken müssen. Außerdem halte ich es für falsch, dass das Kindergeld auf Hartz IV angerechnet wird, weil das die Kinderarmut fördert.“ Das sei ihr wichtig, darüber wolle sie mit ihm sprechen.

Auf den Erfolg ihrer Petition ist Sandra Schlensog stolz: „Es imponiert mir, was man mit einer Petition erreichen kann. Das hat mir gezeigt: Jeder hat eine Stimme.“ Auf die Frage, ob sie glaube, dass sich nun etwas an der schwierigen Situation vieler Hartz IV-Empfänger etwas ändere, antwortet die gelernte Bürokauffrau: „Das hat sie ja schon. Das Thema Hartz IV war lange in den Schubladen verschwunden, jetzt wird es wieder öffentlich debattiert und ist überall Thema Nummer eins. Das ist ein Riesenerfolg.“ Ob Jens Spahn wirklich auf ihren Vorschlag eingeht und einen Monat von Hartz IV zu leben versucht? Die 40-Jährige zeigt sich optimistisch: „Mein Bauch sagt, er macht es.“

Von Fred Eilig
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