"Virus zu dynamisch": Spahn und Söder gegen Lockerungen
"Virus zu dynamisch": Spahn und Söder gegen Lockerungen
"Virus zu dynamisch": Spahn und Söder gegen Lockerungen
Weiterlesen

"Virus zu dynamisch": Spahn und Söder gegen Lockerungen

Von Lisa Fehrs

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen so langsam wie seit Beginn des Lockdowns nicht mehr. Trotzdem sprechen sich führende Politiker des Landes gegen vorzeitige Öffnungen aus. Was sind die nächsten Schritte im Kampf gegen das Virus?

Deutschland schlägt sich endlich wieder besser im Kampf gegen Corona! Inzwischen ist das Virus auf eine landesweite 7-Tage-Inzidenz von 76 zurückgedrängt worden - der niedrigste Wert seit Beginn der Teil-Lockdowns im Oktober. Nach dem Wochenende verzeichnet das Robert-Koch-Institut nur noch lediglich 4535 Neuinfektionen.

Lockdown-Verlängerung trotz fallender Zahlen?

Für Gesundheitsminister Jens Spahn und Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder ist das allerdings noch kein Grund zum Aufatmen - ganz im Gegenteil: Bei der heute anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz wird wohl eine Verlängerung der Maßnahmen beschlossen.

Für Jens Spahn ist eine Verlängerung des Lockdowns unumgänglich  Sean Gallup / Staff@Getty Images

In den vergangenen Wochen ist immer wieder ein Problem in der Strategie zur Bekämpfung von Corona thematisiert worden. Angesichts der sich täglich wechselnden Pandemie-Lage ist es beinahe unmöglich, über einen längeren Zeitraum die nächsten Schritte planen zu können. Im Gespräch bei "Anne Will" erklärt Spahn:

Alle wünschen sich einen Sechs-Monats-Plan, aber den kann es halt in dieser Dynamik, in dieser Pandemie nicht geben. [...] Ich weiß, alle haben eine Sehnsucht nach irgendetwas, das dann hält für sechs oder zwölf Monate. Aber das geht nicht. Das Virus ist zu dynamisch. Die Lage verändert sich zu sehr.

Söder gegen vorzeitige Öffnungen

Markus Söder gibt sich ähnlich pessimistisch, was das Vorhersagen von möglichen nächsten Schritten angeht. "Das Auf-Sicht-Fahren nervt. Aber das Auf-Sicht-Fahren ist das Einzige, was wirklich hilft. Denn der Herausforderer, vor dem wir stehen, – Corona – hält sich null an Termine, die wir setzen", erläutert er im ARD-Format "Bericht aus Berlin".

Was bedeutet das konkret für unseren Alltag? Trotz der vehementen Proteste von Betroffenen, wird die Gastronomie wohl noch länger ausharren müssen, bis sie ihre Tore wieder für Gäste öffnen darf. Und auch Vertreter der Handelsverbände sehen angesichts der weiterhin geschlossenen Geschäfte schwarz. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, ist über die dunklen Prognosen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier empört. Gegenüber derWelt meint er:

Sicheres Einkaufen geht auch unter Pandemiebedingungen. [...] Dazu gehören Öffnungen schon bevor der Inzidenzwert von 50 erreicht ist. [...] Das kann nicht der Ernst des Wirtschaftsministers sein, ich erwarte, dass er sich für die Interessen der Wirtschaft einsetzt.

Schulen kurz vor Öffnung

Einziger Lichtblick: Womöglich stehen Schulen kurz für ihrer Öffnung, wenn auch "sehr behutsam und vorsichtig, auf keinen Fall flächendeckend in allen Regionen", so Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Lehrerverbandes, im Interview mit der Welt. Naja, immerhin!


Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen