Verwechslung von Inhaltsstoffen: 15 Millionen Impfstoff-Dosen von Johnson & Johnson unbrauchbar

Die Firma Emergent Biosolutions produziert neben Impfstoff für Johnson & Johnson auch für das britisch-schwedische Pharmaunternehmen AstraZeneca. Bei den Produktionsarbeiten kommt es zu einem fatalen Fehler.

Verwechslung von Inhaltsstoffen: 15 Millionen Impfstoff-Dosen von Johnson & Johnson unbrauchbar
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Am Mittwoch bestätigt Johnson & Johnson, dass eine Arzneimittelsubstanz für seinen Impfstoff in der Produktionsstätte von Emergent Biosolutions nicht den Qualitätsstandards entsprochen habe.

Das Unternehmen habe den Fehler der Gesundheitsbehörde FDA mitgeteilt. Aber was genau ist eigentlich schief gelaufen, dass jetzt 15. Millionen Impfdosen unbrauchbar sind?

Mitarbeiter haben Inhaltsstoffe verwechselt

Arbeiter in der Fabrikanlage in Baltimore sollen versehentlich Inhaltsstoffe verwechselt haben, und verzögern damit die Genehmigung der Großfertigung, berichtet die New York Times.

Aufgrund dieses Fehltritts verzögern sich nun auch weitere Lieferungen des Johnson & Johnson-Impstoffes in die USA. Bundesbeamte führen den Vorfall auf menschlichen Versagen zurück.

Das Unternehmen macht offiziell noch keine Angaben dazu, wie viele Impfdosen von dem Problem betroffen waren. laut der New York Times sollen es um die 15 Millionen Dosen sein.

Peinlich für Johnson & Johnson

Johnson & Johnson gilt mit seinem Einmal-Dosis-Impfstoff eigentlich als der Faktor, der den Impfprozess im Land beschleunigen soll. Nach dieser Panne könnte es für das Unternehmen ganz schön peinlich werden.

Die Dosen, die momentan in den USA im Umlauf sind, sind nicht von dem Problem betroffen, allerdings wird die Sicherheit der 24 Millionen Dosen, die im nächsten Monat ausgeliefert werden sollten infrage gestellt.

Gemeinsam mit den Impfdosen der beiden anderen Hersteller Pfizer und Moderna erwartet die Bundesverwaltung dennoch genügend Impfstoff, um alle US-amerikanischen Erwachsenen bis Ende Mai immunisieren zu können.

Zu viele unbekannte Variabeln

In diesem Werk wird auch der Impfstoff von AstraZeneca hergestellt, der wegen Imageproblemen vor wenigen Tagen umbenannt worden und in den USA bisher noch nicht zugelassen ist.

Seit Monaten ist das Vakzin so umstritten, dass immer wieder neue Regelungen für seinen Gebrauch festgelegt werden. Erst kürzlich beschließt Deutschland seine Verwendung nur noch für über 60-jährige.

Das Problem bei der Vermischung der Inhaltsstoffe liegt bei ihren biologischen Unterschieden. Demnach schläust die gleiche Technologie bei beiden eine harmlose Version eines Virus, "Vektor" genannt, in Zellen ein.

So wird ein Protein hergestellt, das dann das Immunsystem zur Produktion von Antikörpern anregt. Die biologischen Unterschiede der Impfstoffe sind zu groß und daher nicht gegenseitig auswechselbar.

Mal sehen, ob die USA in den nächsten Wochen auch weiterhin so schnell impfen, wie zuvor. Der US-Präsident Joe Biden ist besonders stolz auf das rasante Impftempo der Staaten.