Trotz Pandemie-Höchstwerten: Russland lässt keinen ausländischen Impfstoff zu

In Russland nehmen die Corona-Werte neue Ausmaße an. Trotzdem will man einen anderen Impfstoff, als die, die in Russland selbst hergestellt wurden, nicht zulassen.

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Am Donnerstag zeigt die offizielle Corona-Statistik Russlands 791 Tote. Damit sind die Todeszahlen in Russland so hoch, wie noch nie zuvor in der Pandemie.

Außerdem wurden 25.293 Neuansteckungen verzeichnet. In Russland leben 145 Millionen Menschen. Die Höchstwerte veranlassen Russland dennoch nicht zur Zulassung ausländischer Impfstoffe.

Keine ausländischen Impfstoffe

Man könnte meinen, der Schutz der Bevölkerung sei der Regierung nicht wichtig, da nur die drei bisher in Russland hergestellten Impfstoffe verimpft werden.

Die anderen Vakzine, die unter anderem auch im Rest Europas verwendet werden, lehnt Russland ab. Doch gegenüber der Agentur Interfax erklärt Kremlsprecher Dmitri Peskow:

Wir haben genug eigene Impfstoffe.

Der in Russland hergestellte Impfstoff namens Sputnik V ist bereits in 60 Ländern der Welt registriert und in Russland selbst der meist verbreitete.

Keine allgemeine Impfpflicht, aber Zwangsurlaub

Eine allgemeine Impfpflicht existiert in Russland nicht. Zumindest nicht offiziell. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, üben die Behörden starken Druck aus.

In vielen Bereichen werden Arbeitgeber verpflichtet, das Impfen all ihrer Mitarbeitenden zu bewirken. Mehreren Berichten zufolge wurde Arbeitnehmern mit Zwangsurlaub gedroht.

Sputnik V in der EU

Bisher ist der russische Impfstoff Sputnik V nicht in der EU zugelassen. Man hoffe jedoch, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung bis zum Herbst veranlasse.

Ungarn und Slowakei genehmigen das Vakzin in besoderen Fällen. Dmitri Peskow erklärt gegenüber Interfax, Russland habe eine gegenseitige Anerkennung von Corona-Impfzertifikaten mit der EU ins Auge gefasst:

Wir hoffen, dass es über einen Dialog mit der EU möglich sein wird, (...) Entscheidungen zu treffen.