Tokio 2021: Olympischen Spielen droht Absage wegen Corona-Pandemie

Japans neuester Höchstanstieg der Corona-Infektionen stellt eine Bedrohung für die Olympischen Spiele dar, die 2021 in Tokio stattfinden sollen.

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Nach der Entdeckung einer sehr ansteckenden Corona-Variante zu Beginn dieses Monats, befürchten in Japan Gesundheitsexperten vor allem eines: Dass die Olympischen Spiele abgesagt werden müssen.

Aktuelle Situation in Japan

Schießt die Zahl der Neuinfektionen seit den Ferien durch die Decke, wird Japan gerade mit seinen 11.000 neuen Fällen binnen 48 Stunden zum Corona-Hotspot von ganz Asien schlechthin.

Seit dem jüngsten Anstieg sind in Japan die Corona-Maßnahmen verschärft worden. Tokio und Kanagawa sollen viele weitere Städte folgen. Jetzt ist zudem ein Ausnahmezustand für mehr als die Hälfte der Landesbevölkerung ausgerufen worden.

Premierminister Yoshihide Suga bestätigt, dass sieben weitere Präfekturen ihre Corona-Maßnahmen verschärfen werden, um so viele Menschenleben wie möglich zu retten. Alle nicht-ansässigen Ausländer können bis auf Weiteres nicht mehr in das japanische Staatsgebiet einreisen.

Was halten die Japaner davon?

Takeshi Niinami, der Hauptgeschäftsführer des japanischen Getränkeunternehmens Suntory, ist sich unsicher, inwiefern die Olympischen Spiele immer noch abgehalten werden sollen. Er sagt gegenüber Reuters:

Ich bin nicht sicher, ob wir die Olympischen Spiele von Tokio werden abhalten können. Diese sind ein großes Zeichen für die ganze Welt... wir müssen es mit allen Mitteln versuchen.

Einer jüngsten Meinungsumfrage gemäß glauben lediglich 16% der japanischen Öffentlichkeit, dass die Olympischen Spiele von Tokio 2021 trotz der Pandemie wie geplant durchgeführt werden sollen. Koichi Nakano, Professor für Politologie an der Sophia Universität Tokio, sagt hierzu dem Guardian:

Die japanische Öffentlichkeit ist jetzt mehr und mehr der Meinung, die Olympischen Spiele diesen Sommer nicht durchzuführen. Der verhängte Ausnahmezustand verstärkt die Vorstellung, dass die Sache schon gelaufen ist.

Japan hat die erste Welle der Pandemie verhältnismäßig gut bewältigt. Der Spezialist für Infektionskrankheiten an der Showa Universität, Professor Yoshihito Niki, ist dennoch kaum davon überzeugt, dass sich die Dinge bald zum Guten wenden werden. Dem Guardian gegenüber gibt er zu verstehen:

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir schon nach einem Monat ein Sinken der Fallzahlen sehen werden. Japan ist als echte Erfolgsgeschichte gefeiert worden. Es ist sogar erwogen worden, inwiefern es einen "Faktor X" geben kann, aufgrund dessen die Japaner resistenter dem Virus gegenüber sind. Aber das sind alles Fantasiegespinste.