Spannungen in Österreich: Einkaufen bald nur noch mit negativem Test!

Um die Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu kriegen, kommt Politikern jede Methode recht. In Österreich haben die Entscheider des Landes nun eine neue Idee, die jedoch vor allem bei Einzelhändlern nicht gut ankommt.

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Erst kürzlich hat Österreichs Kanzler einen neuen Kurs in seiner Corona-Strategie eingeschlagen und kooperiert nun mit Israel. Israel war führend in seiner Impfstrategie, bevor Chile es überholt hat.

Nun gibt es für einige Österreicher Grund zur Sorge. Gestern Abend erklärt der Gesundheitsminister Anschober, dass in Zukunft nur Menschen mit negativem Corona-Test Handelsgeschäfte betreten dürfen sollen.

Dazu muss zum Einen das Gesetz abgeändert werden. Zum anderen haben Vertreter des Handels ihre ganz eigene Meinung zu den geplanten Test-Maßnahmen.

Die positiven Seiten

Wenn die Menschen ohne einen negativen Test nicht mehr in den Läden einkaufen dürfen, ist das zuerst einmal eine große Chance. Dass die Infektionszahlen ansteigen, ist in diesem Szenario nämlich unwahrscheinlich.

In solchen Läden würden sich dann sozusagen nur Leute aufhalten, die (sehr wahrscheinlich) nicht mit Covid-19 infiziert sind. Somit könnte sich an solchen Orten das Virus nicht verbreiten.

Die berechtigte Kritik

Obwohl der Handel laut Regierung nicht der Grund für die hohen Infektionszahlen ist, beschließt diese nun einen unerwarteten Lockdown. Doch besonders mit der Idee mit Zugangstests kommen einige ganz und gar nicht klar.

Von der Test-Regelung seien rund 10.000 Geschäfte betroffen. Laut Handelsverbandschef Rainer Will bedeutet das für Händler "Einen Umsatzentfall von rund einer halben Milliarde Euro".

Händler mit großem Kundenaufkommen müssten außerdem viel strengere Kontrollen durchführen, was wiederum Geld kostet. Sollten Supermärkte von dieser Regelung ausgenommen werden, bedeutet das ganz andere Probleme.

Wenn man trotz dieses Beschlusses weiterhin in Supermärkten und Drogerien einkaufen dürfe, ist es klar, wo beispielsweise ein Parfum gekauft wird, erklärt der Sprecher der Bekleidungshändler: Dort, wo man keinen Test braucht.

Die Forderung

Der Vorsitzende des Handelsausschusses Rainer Trefelik hat die Lage genau im Blick und ahnt Schlimmes für seine Branche. Daher stellt er klare Forderungen an die Regierung:

Wenn es Eingangstests im Handel geben soll, müssen sie für alle gelten. Auch für Supermärkte und Apotheken. Alles andere wäre wettbewerbsverzerrend.

Ansonsten wären die Tests aus seiner Sicht sowieso sinnlos, da sich sonst nur die Leute, die sich sowieso regelmäßig testen lassen, dies auch hier tun würden, die anderen aber nicht.

Außerdem fordert Trefelik die Aufhebung der 20-Quadratmeter-Regel. Wenn alle Menschen, die sich im Raum befinden, getestet sind, sei diese Regel dann ja nicht mehr nötig. Ob die Forderungen berücksichtigt werden? Wir werden es bald sehen.

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