Coronavirus: Schützt mich ein Mundschutz wirklich?
Coronavirus: Schützt mich ein Mundschutz wirklich?
Weiterlesen

Coronavirus: Schützt mich ein Mundschutz wirklich?

Das Coronavirus verbreitet sich auch in Deutschland immer schneller. Viele Bürger sind der Überzeugung, dass ein Mundschutz gegen das Virus hilft. Wir klären euch auf, wie ihr euch am besten schützen könnt.

Das Coronavirus ist in aller Munde und auch in Deutschland steigt die Zahl der Infizierten immer weiter an. Genau aus diesem Grund laufen viele Bürger panisch in die Apotheken und kaufen sich reihenweise Desinfektionsmittel. Das führt dazu, dass es vieler Orts schon ausverkauft ist - dabei kann man Desinfektionsmittel auch ganz leicht selber machen.

Tröpfcheninfektion

Desinfektionsmittel ist aber nicht das Einzige, womit sich die Deutschen derzeit eindecken. Viele kaufen auch Mundschutzmasken aus Angst vor dem Coronavirus. Immer wieder hört man widersprüchliche Nachrichten darüber, ob ein Mundschutz gegen Corona hilft oder nicht. Wir klären euch auf.

Das Coronavirus überträgt sich per Tröpfcheninfektion, das heißt über Husten und Niesen. Da sollte man doch meinen, dass ein Mundschutz genau das Richtige ist. Das kann man so pauschal aber nicht sagen, denn Mundschutz ist nicht gleich Mundschutz.

Die Qualität der Masken ist entscheidend

Die Masken für den Mund gibt es in verschiedener Qualität. Dünne Papiermasken haben nur eine geringe Schutzwirkung, weshalb man auf sie verzichten kann. Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Prof. Dr. Bernd Salzberger erklärt gegenüber der dpa:

Der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit.

Diejenigen Masken, die von medizinischem Personal getragen werden, können durchaus Sinn machen. Diese haben einen Metalldraht an der Nase, sodass die Maske wirklich eng an der Haut anliegt. Dadurch kann sie vor eindringenden Viren schützen.

Wer sollte einen Schutz tragen?

Das Problem ist, dass diese Masken vor allem von Ärzten und Pflegern gebraucht werden. Wenn sich jeder Deutsche so eine Maske kauft, wird es eng für das medizinische Personal und dieser Engpass kann im Ernstfall Leben kosten.

Medizinisches Personal ist auf Mundschutzmasken angewiesen: Wer gesund ist, hingegen nicht! Pixabay

Es gibt aber eine Gruppe von Leuten (außer dem medizinischen Personal), die auf Mundschutzmasken nicht verzichten sollte. Menschen mit Atemwegserkrankungen und Grippe sollten einen Schutz tragen, um Mitmenschen nicht anzustecken. Die Crux an den Masken ist nämlich, dass sie nur in eine Richtung funktionieren.

Wer hustet und niest (also Tröpfchen ausstößt), sorgt mit einer Maske dafür, dass die Tröpfchen in der Maske hängen bleiben und sich niemand anstecken kann. Andersrum kann man sich aber sehr wohl trotz Mundschutz bei jemandem anstecken, der hustet und selbst keine Maske trägt.

Andere Maßnahmen nicht vernachlässigen

Sofern man nicht bereits krank ist, ergibt es also wenig Sinn, sich einfach einen Mundschutz aufzusetzen. Zu diesem Ergebnis kommt auch Prof. Dr. Salzberger: "Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig." Wer einen Mundschutz trägt, könne außerdem leicht dazu neigen, andere Schutzmaßnahmen zu vernachlässigen.

Hier die wichtigsten Verhaltensregeln, um euch zu schützen:

Wenn ihr diese einfachen Dinge beachtet, ist euch mehr geholfen als mit einem Mundschutz.

Von Pia Karim
Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen