Corona: Biontech-Impfstoff wirkt schwächer bei südafrikanischer Variante

Laut einer israelischen Studie ist der Impfstoff von Pfizer/Biontech weniger wirksam, wenn es um den Einsatz gegen die südafrikanische Variante des Coronavirus geht.

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Die Agence France Presse (AFP) veröffentlicht am 11. April die Ergebnisse einer in Israel durchgeführten Studie, der zufolge die südafrikanische Variante des Coronavirus die Fähigkeit besitzt, den Biontech/Pfizer-Impfstoff zu überwinden.

„Die Verbreitung ist acht Mal höher“

Diese Studie wird von der Universität Tel Aviv in Zusammenarbeit mit der größten Krankenkasse des Landes, Clalit durchgeführt. 400 nicht geimpfte, ehemalige Corona-Patienten werden mit 400 anderen ehemaligen Corona-Patienten verglichen.

Letztere haben die erste oder sogar beide Impfungen mit dem Pfizer-Impfstoff bereits erhalten. Dieser Impfstoff wird in Israel bei den meisten Impfungen verwendet.

Die Studie legt nahe, dass bei 150 Personen, die beide Impfdosen erhalten haben, „die Verbreitung [der südafrikanischen Variante, AdR.] acht Mal höher gewesen ist als bei nicht geimpften Personen“. Und weiter:

Das bedeutet, dass der Pfizer/BioNTech-Impfstoff, trotz seiner großen Wirksamkeit, wahrscheinlich nicht den gleichen Grad an Schutz gegenüber der südafrikanischen Variante des Coronavirus bietet.

Diese Studie aus Israel ist allerdings noch nicht von anderen Wissenschaftlern überprüft und bestätigt worden, weshalb sie nur mit Vorsicht interpretiert werden sollte.

Kann die südafrikanische Variante den Impfstoff umgehen?

Dies ist die erste Studie, die die Fähigkeit der Corona-Variante hinsichtlich einer möglichen Umgehung des Biontech/Pfizer-Impfstoffes untersucht. Adi Stern, Professorin an der Universität Tel Aviv und Co-Autorin der Studie, gibt hierzu gegenüber der AFP an:

Die südafrikanische Variante ist in der Lage, unter bestimmten Bedingungen, den Schutz dieses Impfstoffes zu umgehen.

Ran Balicer, Leiter der Abteilung für Innovationen bei der Clalit-Krankenkasse und Co-Autor der Studie, betont, dass die erzielten Ergebnisse nicht die Impfkampagne mit dem deutsch-amerikanischen Impfstoff in Frage stellen.

Laut Balicer ist eher das Gegenteil der Fall, da diese Ergebnisse bei der Suche nach weiteren Wegen zur Abwehr anderer Varianten Hilfestellung leisten.

Balicer erklärt zudem, dass das Maskentragen und die Beachtung der Schutzmaßnahmen im Verein mit den Impfungen „sehr wahrscheinlich“ verhindern werden, dass sich Corona-Varianten, einschließlich der südafrikanischen, weiter ausbreiten werden.

Zur Erinnerung: 53% der Israelis, was etwa 9,2 Millionen Einwohnern entspricht, haben bereits beide Impfdosen von Pfizer erhalten. Nach einer Untersuchung mit 1,2 Millionen Einwohnern besitzt dieser Impfstoff eine Wirksamkeit von über 94%.

In Deutschland ist der Impfstoff zurzeit in aller Munde, da die Hausärzte, die letzte Woche angefangen haben, gegen das Coronavirus zu impfen, nur noch die halbe Ration Impfstoffdosen bekommen und das zu einigen Problemen führt.

Biontech/Pfizer spielen jedenfalls beim Thema Impfstoff ganz vorne mit. So hat das Unternehmen bereits Studien veröffentlicht, denen zufolge der Impfstoff auch für Kinder geeignet ist. Auch arbeiten sie momentan an zwei weiteren Medikamenten gegen das Coronavirus.