Botschaft der Hoffnung: Die Heilung eines zweiten HIV Patienten klingt wie ein Wunder
Botschaft der Hoffnung: Die Heilung eines zweiten HIV Patienten klingt wie ein Wunder
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Botschaft der Hoffnung: Die Heilung eines zweiten HIV Patienten klingt wie ein Wunder

Es ist ein sehr ermutigendes Ergebnis für HIV-Kranke. Ein zweiter Patient wurde von Medizinern für von Aids "geheilt" erklärt. Wie hat die Medizin das erreicht? Wir erklären euch alles in Bezug auf diese unglaubliche Neuigkeit.

800 00, das ist die Zahl der im Jahr 2018 an HIV verstorbenen Personen. Weltweit sind 36 Millionen Menschen von diesem tödlichen Virus betroffen. Jedoch gibt Professor Ravindra Gupta von der Universität Cambridge diese Woche bekannt, dass sein Patient "geheilt" ist. Diese Nachricht gibt Hoffnung.

Ein Botschafter der Hoffnung

Er heißt Adam Castillejo, ist 40 Jahre alt und der zweite Patient auf der Welt, der von HIV "geheilt" wird. Diese unglaubliche Nachricht ist das Ergebnis einer Stammzellenspende. Tatsächlich zeigt der sogenannte "Londoner Patient" seit 30 Monaten keine Anzeichen des Virus mehr, und das, obwohl die antivirale Behandlung abgesetzt wurde.

Laut der Zeitschrift The Lancet HIV verkündet Professor Ravindra Gupta, dass der "Londoner Patient", der 2003 HIV-positiv diagnostiziert wurde, jetzt in Remission ist. "Es ist schwer, sich vorzustellen, dass ein Virus, das Milliarden von Zellen infiziert, jetzt vernichtet wurde", sagt er freudig. Er erklärt weiter, dass sie eine beträchtliche Anzahl von Orten getestet haben, an denen sich das Virus verstecken kann (Anm. d. Redaktion: in Blut, Gewebe, Sperma) und dass praktisch alle Tests negativ waren, mit Ausnahme von einigen nicht aktiven "Überresten" des Virus.

Nichts überstürzen

"Andere Patienten erhielten eine ähnliche Behandlung, aber keiner von ihnen ist seit so langer Zeit in Remission (…). Es wird wahrscheinlich noch weitere Patienten geben, aber das braucht Zeit", erklärt Professor Ravindra Gupta. Man darf also hoffen aber noch nicht nachlassen. Der Mediziner ruft zu Vorsicht auf.

Denn die Forscher geben zu, dass ihre Methode der Knochenmarkspende, bei der Stammzellen mit einer seltenen Genmutation die Einnistung von HIV verhindern, nicht DIE ultimative Lösung für alle Aids‑Patienten sein kann. Deshalb scheinen andere Forscher mit Zurückhaltung auf diese Nachricht zu reagieren.

"Es wird sich erst mit der Zeit herausstellen"

"Die Daten (…) sind natürlich aufregend und hoffnungsbringend, aber letztendlich wird es sich erst mit der Zeit herausstellen", mäßigt Sharon Lewin von der Universität Melbourne. Der "Londoner Patient" wird sich weiterhin testen lassen, um ein mögliches Wiederauftreten des Virus in seinem Körper zu überwachen.

Derzeit scheint der "Berliner Patient", der Amerikaner Timothy Ray Brown, der als erster Mann im Jahr 2011 von HIV "geheilt" wird, sich seines Lebens ohne Bedrohung durch Aids zu erfreuen. Wir wünschen Adam Castillejo und allen anderen Patienten dieselbe positive Entwicklung.

Von Martin Gerst

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