Anorexia nervosa (Magersucht): Ursachen, Symptome, Folgen, Therapie
Anorexia nervosa (Magersucht): Ursachen, Symptome, Folgen, Therapie

Anorexia nervosa (Magersucht): Ursachen, Symptome, Folgen, Therapie

Magersucht ist eine Essstörung, die durch die  unkontrollierte Angst, zuzunehmen, gekennzeichnet ist. Es handelt sich um eine psychische Störung mit variienden Ursachen und mit sehr gravierenden Folgen für magersüchtige Personen. Sie wird oftmals fälschlicherweise mit Anorexie abgekürzt. 

Was ist Magersucht überhaupt? Definition und Unterschied zu Anorexie

Magersucht, auch Anorexia nervosa genannt, ist eine Essstörung, die sich durch die Weigerung, sich zu ernähren , sowie durch den zwanghaften Drang abzunehmen zeigt. Sie zählt mit Bulimie und Binge-Eating zu den am Häufigsten auftretenden Essstörungen. Diese Krankheit betrifft ca. 1 bis 2% der Bevölkerung und besonders Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren. 

Anorexia nervosa wird häufig fälschlicherweise mit Anorexie abgekürzt.  Tatsächlich beschreibt das Wort Anorexie jedoch nur ein Symptom, was Appetitverlust entspricht und vielen verschiedenen Pathologien zugeordnet werden kann. Magersucht ist eine komplexe psychische Störung, die das Eingreifen eines Psychologen erfordert, um an dem eigenen Körperbild, sowie der unkontrollierten Angst vor Gewichtszunahme zu arbeiten. 

Magersucht: Symptome und Anzeichen der Essstörung

Meist wird eine gewisse Zeit benötigt, um die Symptome von Anorexia nervosa aufzudecken. Tatsächlich durchleben die meisten Magersucht-Patienten eine Phase voller Leugnung, in der sie sich bemühen, die Esstörung zu bestreiten und vor sich selbst zu verbergen. Charakteristische Anzeichen für das Krankheitsbild Magersucht sind:

 - die Ablehnung, ein normales Gewicht zu halten: führt zu einer signifikanten Abmagerung mit einem BMI (Body Mass Index) unter 18. 

- die zwanghafte Angst, zuzunehmen: Jede Gewichtszunahme führt somit zu Wut und Angstgefühlen. Das Wiegen ist außergewöhnlich häufig. 

- Veränderung der Selbstwahrnehmung (Dysmorphophobie): Selbst wenn sie abgemagert ist, ist die magersüchtige Person davon überzeugt, dick zu sein. Sie kann viel Zeit damit verbringen, sich selbst im Spiegel zu betrachten. 

- Ausbleiben der monatlichen Regel: Bei Frauen kann eine Amenorrhoe auftreten. Dabei handelt es sich um das Ausbleiben der Regelblutung in mindestens 3 Zyklen. 

Man unterscheidet zwischen zwei Formen der Anorexia nervosa. Die restriktive Anorexia steht in Verbindung mit einer strengen diätischen Ernährungsweise, sowie Hyperaktivität und zu intensiver körperlicher Anstrengung. Im Falle einer Anorexia Purging Typus finden auch bulimische Krisen statt, in denen der Gewichtsverlust durch selbstinduziertes Erbrechen oder den Gebrauch von Abführmitteln herbeigeführt wird. 

Ursachen von Anorexia nervosa (Magersucht): Wie wird man magersüchtig?

Essstörungen wie Magersucht hängen nicht nur von einer Determinante ab, sondern von multiplen genetischen und psychologischen Faktoren. Warum leidet jemand also unter Magersucht? Auch Ereignisse im Leben der Person wie beispielsweise Familienprobleme (Scheidung etc.) oder soziale Komplikationen (Zurückweisung, Isolation) spielen eine Rolle für das Auftreten der Krankheit.

Forschungen haben außerdem ergeben, dass bestimmte Gene mit dem Verhalten von anorektischen Personen, wie beispielsweise Depressionen oder Zwängen, in Verbindung stehen. Dennoch konnte bislang noch kein spezifisches Gen gefunden werden, was klar Anorexia nervosa zugeordnet werden kann.    

Magersucht: eine Essstörung mit gravierenden Folgen

 Die Folgen von Magersucht beschränken sich nicht nur auf den Gewichtsverlust. Die Fehl-, sowie Mangelernährung verursachen enorme körperliche Probleme. Tatsächlichen treten bei Magersüchtigen eine Vielzahl von Nährstoffmängeln auf, wie z.B. an Vitaminen, Proteinen oder Fettsäuren. 

Dies kann zu Stoffwechselbeeinträchtigungen für Cholesterol,  zu neurologischen Störungen, Herzproblemen, Nierenschäden, Haarverlust, sowie Schwindelgefühlen führen... Weiterhin kann Osteoporose aufgrund von Verkalkerungen im Körper auftreten und somit Knochenfrakturen oder Zahnverschleiß fördern. 

Auch psychologische Konsequenzen können bei Magersüchtigen auftreten: Depressionen, Verlust an Lebensfreude, Wutanfälle, Libidoverlust oder Konzentrationsprobleme beispielsweise. Im sozialen Bereich zeigt sich die Krankheit durch Isolation, sowie Rückzug vor Familien und Freunden. 

Bei Magersucht ist Therapie unumgänglich

Damit die Behandlung von Anorexia nervosa wirksam ist, muss die Umgebung des Patienten miteinbezogen werden, um ihm zu helfen und ihn zu heilen. Hierbei ist eine Psychotherapie dringend erforderlich, sowie regelmäßige psychologische und somatische Untersuchungen. Diese dienen in erster Linie dazu, eine gesunde Ernährungsweise in Gang zu bringen und eine Normalisierung des Gewichts zu erreichen. 

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Eine medikamentöse Behandlung kann zusätzlich in Erwägung gezogen werden, um gegen die Verhaltensstörungen anzugehen. Antidepressiva, wie etwa Fluoxetin, und Anxiolytika sind mögliche Mittel. Häufig kommt es bei Magersucht Kranken zu Rückfällen, daher müssen gerade Angehörige wachsam sein und die Anzeichen frühzeitig erkennen. 

 

Von Maximilian Kunze
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