Von Affen bis Ratten: Warum Forscher plötzlich Tiere kitzeln

Habt ihr euch jemals gefragt, ob Tiere lachen können? Wenn nicht, denkt ihr jetzt vielleicht darüber nach. Wenn ja, bekommt ihr hier die Antwort dazu.

Von Affen bis Ratten: Warum Forscher plötzlich Tiere kitzeln
Weiterlesen
Weiterlesen

Egal ob über einen doofen Witz, eine lustige Geschichte oder eine witzige Situation: Lachen ist für uns das natürlichste der Welt. Während wir unsere Erheiterung über die Mimik oder Laute wie schallendes Lachen ausdrücken, sind Tiere da eher zurückhaltend. Oder?

Schimpansen haben "Lachgesichter"

Vor allem "sieht" man Affenarten wie Schimpansen häufig lächeln oder sogar lachen. Grund genug für die Psychologin Marina Davila-Ross, die normalerweise die Evolution des Lachens erforscht, 2009 eine Studie dazu durchzuführen. Für ihre Untersuchung hat Davila-Ross eine einfache aber effektive Methode angewendet: Sie hat junge und jugendliche Primaten wie Orang-Utans, Schimpansen und Gorillas gekitzelt.

Und tatsächlich haben die Affen mit einem Lachen reagiert. Ross bezeichnet die Reaktion als "kitzelinduzierte Vokalisation". 2015 veröffentlicht die Forscherin eine weitere Studie, in der sie beschreibt, dass Schimpansen sogenannte "Lachgesichter" zeigen, bei denen sie mit gebleckten Zähnen lächeln und dabei sogar tatsächliche Lachgeräusche äußern können. Davila-Ross schlussfolgert daraus, dass Tiere auf vielseitigere Weise kommunizieren, als bisher angenommen.

Auf ähnliche Ergebnisse kommt Francine "Penny" Patterson, Präsidentin der Gorilla Foundation. Hat sich die Forscherin einmal tollpatschig angestellt, so hat das Gorilla-Weibchen Koko stets lachende Geräusche von sich gegeben.

Lachende Ratten verhelfen zu Antidepressivum

Auch andere Tiere können lachen. Und zwar solche, von denen wir es vermutlich nicht gedacht hätten. Neurowissenschaftler und Psychologe Jaak Panskepp hat nämlich Ratten gekitzelt und festgestellt, dass auch sie dabei fröhliche Geräusche von sich geben – die gleichen, die sie auch beim Spielen äußern. Die sind aber so hoch, dass sie für unser Gehör nicht wahrnehmbar sind.

Dank Panskepps lachender Ratten konnte sogar ein Antidepressivum für den Menschen entwickelt werden. Wer jetzt zu Hause seinen Hund oder seine Katze kitzeln möchte, kann es probieren, sollte aber vorsichtig sein. Und falls dir selbst jetzt nach lachen ist, versuche es doch mal mit der "Lachdusche"...