Gegen Lichtverschmutzung: Erste "Dark Sky Nation" zeigt, wie es geht
Gegen Lichtverschmutzung: Erste "Dark Sky Nation" zeigt, wie es geht
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Gegen Lichtverschmutzung: Erste "Dark Sky Nation" zeigt, wie es geht

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Welt nachts zu hell geworden, dass sie jetzt wieder verdunkelt werden soll: Die Organisation International Dark-Sky Association setzt sich gegen zu viel menschengemachtes Licht ein. Eine Insel wird jetzt zur ersten "Dark Sky Nation".

Durch Technologie und Fortschritt haben wir erreicht, dass die Welt größtenteils immer hell ist, auch nachts. Richtiges Stockdunkel gibt es kaum mehr, auch der Sternenhimmel ist bei dieser nächtlichen Beleuchtung durch Großstädte und Straßenlaternen nicht mehr richtig sichtbar.

Lichtverschmutzung

Die Organisation International Dark-Sky Association setzt sich schon längere Zeit mit diesem Problem auseinander. Denn der Mensch greift immer mehr in die Natur ein und das nicht nur durch Verschmutzung, die verheerende Folgen für Tier und Natur haben, sondern auch zu viel Licht in der Nacht wird zum Problem. Lichtverschmutzung bringt ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Die Süddeutsche Zeitung bringt das Problem auf den Punkt: Leuchtreklame, Straßenlaternen, privates Licht machen die Nacht mehr und mehr zum Tag.

Die künstliche Lichtemission nimmt pro Jahr um drei bis sechs Prozent weltweit zu. In den Mittel- bis Großstädten ist am Himmel ein rotes Glühen wahrzunehmen. Dieses ist Licht, das von der Erde abgestrahlt und auf diese wieder zurückgestrahlt wird.

Dieses Himmelglühen ist den Forschern bereits bekannt. Es gibt auch einen Weltatlas, in dem die Lichtverschmutzung weltweit eingezeichnet ist. Vor allem in Westeuropa, Nordostamerika und an den Küstenregionen Asiens und im Nildelta ist die Helligkeit in der Nacht besonders hoch.

"Dark Sky Nation"

Forscher beschäftigen sich bereits mit der Frage, welche Folgen die Lichtverschmutzung auf die Natur- und Tierwelt hat. Die International Dark-Sky Association setzt sich für die Bewahrung des Sternenhimmels ein und hat nun an die Pazifikinsel Niue, die in der Nähe von Neuseeland liegt, den Titel der "Dark Sky Nation" vergeben.

Den Platz 1 der "Dark Sky Nation" fällt auf die Insel Niue. Jill Ferry Photography / Getty Images

Die Insel zählt 1.600 Einwohner und hat in den letzten Jahren alles daran gesetzt, die Lichtverschmutzung stark zu reduzieren für den Schutz des Himmels, das Meer und das Land. Andre Siohahe, Vorsitzender des Niue Dark Sky Commitees und Generaldirektor des Ministeriums für Infrastruktur, betont laut Travelbook:

Zu den bedeutenden Maßnahmen der Regierung gehören der vollständige Austausch der Straßenbeleuchtung auf der gesamten Insel und die Modernisierung der privaten Beleuchtung in den Haushalten.

Auf der Liste der Organisation stehen 120 weitere Länder, die sich für den dunklen Sternenhimmel einsetzen. Doch auch diese Entwicklung schafft eine neue Art von Tourismus: Weil viele Menschen keinen wirklichen Sternenhimmel mehr kennen, wird Sterneschauen mit dem Astrotourismus immer beliebter.

Von Maximilian Vogel
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