Forscher entschlüsseln den Gesang von Blauwalen
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Forscher entschlüsseln den Gesang von Blauwalen

Dank jahrelanger Unterwasseraufnahmen gelingt es Forschern der Stanford-Universität in Kalifornien zu beweisen, dass Blauwale ihre Gesänge verändern, bevor sie sich auf ihre Wanderung begeben.

Der Lauschangriff gelingt den Forschern über ein Hydrophon, das sich 900 Meter unter der Meeresoberfläche vor der kalifornischen Küste befindet. Dabei handelt es sich um ein Mikrofon, das am Meeresgrund aus verschiedenen Richtungen Geräusche aufnehmen kann.

Jahrelange Forschung mit Hydrophon

Fünf Jahre lang hören die Forscher der Stanford-Universität und des meereskundlichen Forschungsinstituts Monterey Bay Aquarium an, was die Blauwale im nordöstlichen Pazifik von sich geben.

Seit drei Jahren werden außerdem manche Tiere mit Sendern ausgestattet, um noch bessere Tonaufnahmen aus der Bucht von Monterey zu liefern. Die Forscher sind fasziniert vom Verhalten des Balaenoptera musculus, dem größten Tier, das je auf dem Planeten gelebt hat.

Ein akustisches Zeichen zum Aufbruch

Nachdem die Forscher Tausende von Stunden Aufnahmezeit analysieren, gelingt es ihnen zu verstehen, was ein bestimmtes akustisches Signal zu einem bestimmten Moment bedeutet: Laut der Studie, die am 1. Oktober in der Zeitschrift Current Biology erschienen ist, erkennen die Wissenschaftler anhand von trillernden und heulenden Signalen, wann die majestätischen Wale ihre Wanderung beginnen und ihre Nahrungsgründe vor der nordamerikanischen Küste verlassen, um zu ihren Brutgebieten vor Mittelamerika aufzubrechen. Eine lange Reise, die sie jedes Jahr antreten!

Demnach singen die Wale während der Monate der Futteraufnahme (im Sommer und im Herbst) vorwiegend nachts. Wenn sie aber die Küste Kaliforniens verlassen, um sich in wärmere Gewässer zu begeben, ist das daran zu erkennen, dass sie plötzlich tagsüber singen. Dank dieser Erkenntnis könnten Blauwale besser geschützt werden – sind sie doch vom Aussterben bedroht. Wenn wir wissen, wann und wie die Wale wandern, können Kollisionen mit Schiffen besser vermieden werden.

Von Fred Eilig

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