Fahrrad auf Bierflasche stapeln? Dieser Mann ist Meister des asymmetrischen Gleichgewichts
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Fahrrad auf Bierflasche stapeln? Dieser Mann ist Meister des asymmetrischen Gleichgewichts

Von Maximilian Vogel
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Wenn man die Werke von Wang Yekun nicht mit eigenen Augen gesehen hat, glaubt man nicht einmal an die Möglichkeit von deren Existenz. Der chinesische Balancekünster kann schlichtweg alles aufeinanderstapeln.

Jeder hat sich schon mal mehr oder weniger mit Gleichgewichtsproblemen beschäftigt. Als Kinder lernen wir, wie man mit einem Roller, dann mit einem Fahrrad fährt oder einen Spielkreisel richtig rotieren lässt. Später macht man dann vielleicht einen Jonglierkurs.

Eine sehr ruhige Hand und unendliche Geduld

Was aber Wang Yekun uns zeigt, geht über unsere Vorstellung von "im Gleichgewicht sein" weit hinaus. Der Künstler muss völlig zweifellos zwei Dinge in sich vereinigen: Eine sehr ruhige Hand und eine unendliche Geduld.

Balance-Meister Wang YeKun (38) ist ursprünglich Elektriker aus Shandong, China. Seine Balanciertechniken entstehen in seiner eigenen, ständigen Erforschung ohne professionelle Anleitung, wie er in seinem YouTube-Kanal festhält.

In seinen unzähligen Videos, die auf Youtube zu sehen sind, sieht man deutlich, dass ihm seine absolut gewagten Gleichgewichtskollagen nicht auf den ersten Schlag gelingen. Vieles fällt zunächst um, zerbricht gar, bis dann das physikalische Regeln scheinbar sprengende Gebilde tatsächlich in sich ruht.

Vorliebe für das asymmetrisches Gleichgewicht

Müssen wir irgendetwas im Gleichgewicht halten, suchen wir spontan nach Symmetrie, die das Ganze vorhersehbarer macht, angefangen mit unseren Kinder-Bauklötzchen oder den jetzt zurzeit beliebten Kapla.

Wang Yekun ist hier deutlich weiter gegangen: Das symmetrische Gleichgeweicht hat er hinter sich gelassen. Denn selbst, wenn er homogene Dinge wie Bierflaschen stapelt, kommen dabei die unwahrscheinlichsten asymmetrischen Gleichgewichtsgebilde heraus.

Je verschiedener, desto besser

Aber auch homogene oder einfach gleichartige Dinge aufeinanderzustapeln, interessiert Wang Yekun nicht mehr besonders. Seine asymmetrischen Kreationen können sich so beispielsweise zugleich aus Gläsern, Nüssen, Werkzeug und einer Bohrmaschine zusammensetzen. Der Verschiedenheit und der Asymmetrie scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.

Alles hängt am seidenen Faden

Wang Yekun scheint an einem Experiment besonderen Gefallen gefunden zu haben. Gewagt verkantet er Bruchsteine übereinander, die teilweise in Werkzeuge eingespannt sind. Gelingt es ihm dann, das Ganze ins Gleichgewicht zu bringen, wartet er einen Moment, um dann alles in sich zusammenbrechen zu lassen.

Denn dann begießt Wang Yekun die Steine vorsichtig mit Wasser. Nach einer Zeit haftet dann genug Wasser an der Steinoberfläche und die gewagte Konstruktion fällt in sich zusammen.

Wang Yekun zeigt uns so, dass seine unwahrscheinliche Kunst sozusagen am seidenen Faden hängt. In China haben ihm seine Fähigkeiten bereits eine große Berühmtheit beschert, auf Social Media hat er mehr als 2,3 Millionen Follower.

Es wird Zeit, dass auch wir uns in den westlichen Ländern in dieser Kunst üben, die viel mit Geduld und Loslassen zu tun hat. Vielleicht bringt das dem ein oder anderen mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag.


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