Rettung per Drohne: Erstmals hilft eine Drohne Schwimmern in Not

Rettung per Drohne: Erstmals hilft eine Drohne Schwimmern in Not

Eine Drohne hat zwei Schwimmer gerettet, die vor den Küsten Australiens in Schwierigkeiten geraten waren. Auch bei Hai-Attacken könnten künftig Drohnen zum Einsatz kommen.

Es ist eine Weltpremiere. In Australien hat eine Drohne zwei Schwimmer gerettet, die in der Lennox-Head-Bucht in New South Wales nahe der Grenze zu Queensland in Schwierigkeiten geraten waren. Alles begann damit, dass australische Rettungsschwimmer eine Übung unter realen Bedingungen mithilfe einer Drohne durchführten.

Einige Personen alarmierten vom Strand aus Jai Sheridan, der die Drohne steuerte, weil zwei Jugendliche von der Strömung mitgerissen worden waren und sich zu dem Zeitpunkt zwischen drei Meter hohen Wellen befanden. Daraufhin navigierte Jai Sheridan die Drohne an den Ort des Geschehens und warf den Schwimmern dort einen Rettungsring zu.

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So konnten die Jugendlichen zurück an den Strand schwimmen. Dort kamen sie unverletzt an. Laut dem Sydney Morning Herald waren sie lediglich erschöpft. Insgesamt hat die Rettungsaktion 70 Sekunden gedauert. „Ich habe es geschafft, innerhalb von einer oder zwei Minuten die Drohne zu starten, sie zum Ort des Geschehens fliegen zu lassen und den Rettungsring abzuwerfen. Normalerweise hätte es für unsere Rettungsschwimmmeister mehrere Minuten gedauert, die Opfer zu erreichen“, erzählte Jai Sheridan dem Gold Coast Bulletin.

Erfolgsquote: 90%

Australien ist der Vorreiter in diesem Bereich. Es wurden mehrere Dutzend Maschinen während des australischen Sommers an verschiedenen Stränden des Kontinents getestet. Diese Drohnen sind auch dafür konzipiert worden, Haie ausfindig zu machen, die manchmal Badende und Surfer entlang der Küsten angreifen. Dazu wurden sie mit einem Algorithmus ausgestattet, den die Forscher auf der Grundlage einer Datenbank mit Luftaufnahmen von Haien entwickelt haben.

Die Software, die vom Professor Michael Blumenstein von der Technologischen Universität von Sydney entwickelt worden ist, ist dazu in der Lage, Badende von verschiedenen Fischarten zu unterscheiden. Bei Haien liegt die Erfolgsrate bei der Identifikation bei 90%, während sie bei der Detektion mit dem bloßen Auge nur bei 16% liegt. Die Behörden von New South Wales haben 2017 430.000 australische Dollar (über 280.000 Euro) in eine Drohnenflotte investiert, die auf der Suche nach Haien an den Stränden im Norden des Staates patroullieren kann.

„Die Drohnen sind sehr vielseitig einsetzbar, da sie zahlreiche nützliche Dinge transportieren können“, erläutert Michael Blumenstein. Der Abgeordnete von New South Wales John Barilaro, ist von den Rettungsdrohnen vollauf überzeugt: „Noch nie zuvor ist eine Drohne, ausgestattet mit einem Flotationssystem, auf diese Art und Weise für die Seerettung eingesetzt worden.“ In naher Zukunft könnten es die Drohnen den Rettungsschwimmern an den australischen Küsten so ermöglichen, noch mehr Leben zu retten.

• Carina Levent
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