Warum das Asperger-Syndrom die Welt positiv verändern könnte

Warum das Asperger-Syndrom die Welt positiv verändern könnte

Greta Thunberg ist eine mittlerweile weltbekannte Klimaaktivistin - und wie sich jetzt herausgestellt hat, ist sie Autistin. Welche Rolle das Asperger-Syndrom bei ihrem persönlichen Kampf für den Klimawandel spielt, ist höchstspannend. 

Asperger ist eine milde Form des Autismus - auch die junge Schwedin Greta Thunberg ist davon betroffen. Allerdings ist es genau dieser Umstand, der das Mädchen zu einer gnadenlosen Ehrlichkeit zwingt, wie die Luzerner Zeitung berichtet.

Autismus: Schwierigkeiten im sozialen Umgang 

Für Menschen mit Autismus ist es schwer, zwischenmenschliche Regeln richtig zu interpretieren. In ungewohnten Situationen sind Betroffene zudem schnell überfordert. Asperger ist eine milde Form des Autismus und das, was die mittlerweile weltbekannte Klimaaktivistin Greta Thunberg hat. Menschen mit Asperger sind oftmals gnadenlos ehrlich, doch gerade das stellt sie oft vor Schwierigkeiten im sozialen Umgang mit anderen. Das, und die Unfähigkeit soziale Regeln zu decodieren, isoliert viele Menschen mit Autismus und vor allem Teenager, die normalerweise besonders viel Gewicht auf die Meinung ihrer Freunde legen. 

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Greta Thunberg: Mit Autismus gegen den Klimawandel 

Greta Thunberg aber engagiert sich nicht fürs Klima, weil dies gerade "in" ist, sondern weil es ihr ein echtes Anliegen ist. Auch das ist ein weiteres Merkmal von Autismus: Die Betroffenen spezialisieren sich oft auf gewisse Gebiete, da ihnen das mehr Sicherheit verschafft, als immer wieder neue Felder zu betreten. In ihren Spezialgebieten können sie dann sogar brillieren, sofern sie durch ihre Störung nicht so sehr eingeschränkt sind, und sich nicht artikulieren können oder intellektuelle Defizite haben. 

Autistische Kinder halten an ihrer Meinung fest 

In einer Studie hat die britische Neurowissenschafterin Kristine Krug zusammen mit ihren Kollegen im Experiment untersucht, wie beeinflussbar autistische Kinder im Gegensatz zu anderen Kindern sind: Sie ließ 125 "normale" und 30 autistische Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren ein Computerspiel spielen, bei dem sie ein Raumschiff um schwarze Löcher herum navigieren mussten. Währenddessen bekamen sie Ratschläge von Erwachsenen oder Gleichaltrigen, sie sollten mehr nach rechts oder links steuern. Das Ergebnis: Die kleineren autistischen Kinder ließen sich dabei noch leicht von den (falschen) Ratschlägen beeinflussen, aber im Alter von 12 bis 14 war dies kaum mehr der Fall.  

Menschen mit Autismus: Außergewöhnliche Persönlichkeiten 

Laut der Studienbetreuer passe dieser Befund zu früheren Forschungserkenntnissen, dass Autisten soziale Informationen weniger wichtig nehmen. Im Zuge dessen seien sie auch weniger sensibel, was ihr Ansehen betreffe und demnach auch weniger empfänglich für Schmeichelei. Zusammen mit der Autisten eigenen Hartnäckigkeit bringen diese Eigenschaften immer wieder außergewöhnliche Persönlichkeiten hervor, wie aktuell eben Greta Thunberg. Vielleicht ist es an der Zeit, dass ein ganz besonderer Mensch wie diese junge Schwedin allen anderen bezüglich Klimawandel die Augen öffnet.

• Feline Daniel
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