Peter Maffay über Corona-Proteste: "Da deutet sich eine größere Bewegung an"
Peter Maffay über Corona-Proteste: "Da deutet sich eine größere Bewegung an"
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Peter Maffay über Corona-Proteste: "Da deutet sich eine größere Bewegung an"

Die Corona-Proteste vergangenen Samstag haben die Republik erschüttert. Auch zahlreiche Prominente melden sich zu Wort. Darunter Peter Maffay. Er ist sich sicher: Da bahnt sich etwas Größeres an.

Die Erstürmung der Treppen des Bundestags in Berlin gilt als symbolischer Höhepunkt der Demonstrationen am vergangenen Wochenende und wird noch lange in Erinnerung bleiben. Was bahnt sich da an? Peter Maffay hat ein Gefühl für die Nation und spricht Klartext.

Ein Demonstrant wird vor dem Reichtagsgebäude in Berlin abgeführt (29. August 2020). Getty Images

"Verbot schwaches Zeichen für eine Demokratie"

Für Maffay ist besonders das vorherige gerichtliche Verbot der Demonstration ein schlechtes Zeichen gewesen. Gegenüber Bild erklärt er: "Ich glaube, Verbote sind der falsche Weg." Gleichzeitig stellt Maffay klar, dass das Anliegen der Demonstranten auf ein tiefer verankertes Problem in der Gesellschaft hindeutet:

Das was da passiert ist, ist ein Symptom dafür, dass unsere Gesellschaft an einer Krankheit leidet.

Daran, dass sich die Proteste allzu bald wieder legen, glaubt die Rock-Ikone nicht. Vielmehr vermutet er, dass sich ein weitaus größeres Ausmaß der Proteste abzeichnen könnte. Maffay warnt:

Da deutet sich eigentlich eine größere Bewegung an und darauf müsste man achtgeben.

Menschen am Rande ihrer Existenz?

Maffay sieht die Gefahr vor allem darin, dass sich zunehmend mehr Menschen aus Existenznöten heraus aus der Mitte der Gesellschaft verabschieden:

Viele Menschen stehen am Rande ihrer Existenzperspektive und sehen Gefahren auf sich zukommen, die dazu führen, dass sie sich irgendwann mal aus der Mitte weg bewegen.

In der aktuellen Lage gebe es eine gewisse Nervosität, die "ein fantastischer Nährboden" dafür sei, Menschen, die sich von der Mitte der Gesellschaft entfremden, zu radikalisieren. Genau diese Menschen gelte es jetzt zu erreichen – auch mit den Corona-Hilfen:

Die Programme, die aufgesetzt werden, müssen den Leuten helfen, die jetzt am Rande ihrer Existenz stehen.
Von Fred Eilig

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