Misstrauen und Paranoia: Michael Jacksons Tagebuch gibt Einblick in seine Psyche
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Misstrauen und Paranoia: Michael Jacksons Tagebuch gibt Einblick in seine Psyche

Vor 11 Jahren verstirbt der Sänger Michael Jackson unter fragwürdigen Umständen und hinterlässt seiner Nachwelt Unmengen ungeklärter Fragen. Nun bringen neue Offenbarungen aus seinem Tagebuch Licht ins Dunkel.

Am 25. Juni 2009 verliert der internationale Star Michael Jackson völlig unerwartet sein Leben. Nach einer Propofol-Vergiftung soll der Sänger in seinem Anwesen Holmby Hills in Los Angeles an einem Herzinfarkt gestorben sein – Millionen Fans sind am Boden zerstört. Viele Fragen dazu, wie es tatsächlich zu seinem Tod gekommen ist, nachdem sein persönlicher Arzt, Conrad Murray, ihm die Spritze gegeben hatte, blieben bisher ungeklärt.

Besorgniserregende Offenbarungen

Nun endlich liefert das am 7. Juli erschienene Buch Bad: An Unprecedented Investigation Into the Michael Jackson Cover-Up neue Erkenntnisse. In dem Buch zeigt Autor Dylan Howard bisher unveröffentlichte Ausschnitte aus dem Tagebuch des King of Pop.

Die Gedanken, die Michael Jackson in seinem Tagebuch festgehalten hat, zeichnen das Bild eines von Ängsten geplagten Mannes. Kurz vor seinem Tod war der Sänger von depressiven Gedanken erfüllt und schien sich in einem besorgniserregenden Psychosezustand zu befinden:

Ich habe Angst, dass jemand versuchen wird, mich zu töten. Überall sind schlechte Menschen. Sie wollen mich zerstören.

Misstrauen und Paranoia

Seine Paranoia ist so groß, dass sein Misstrauen systematisch wird und er niemandem in seinem Umfeld mehr traut: Seinen Beratern nicht, seinem Manager R. Tohme nicht, den er weder in seinem Flugzeug noch in seinem Haus haben will und auch jenen nicht, die sein Vermögen verwalteten.

Ich will jetzt alle Schecks unterzeichnen, die über 5.000 $ liegen. Stellt einen Buchhalter ein, dem ich vertraue und einen Anwalt. Ich will ihn treffen.

Dylan Howard zufolge hat sich dieser paranoide Zustand über die Jahre immer weiter verschlimmert. Grund dafür war seine zunehmende Medikamentenabhängigkeit: Antidepressiver, Schmerzmittel oder Schlafmittel und deren übermäßige Einnahme.

Größenwahn und der Wunsch nach Unsterblichkeit

Während sich der 50-jährige Sänger aus Misstrauen von seinem Umfeld vollständig abschottet, kultiviert er weiter seinen Größenwahn, der ihn zu einer Art permanenter Hyperaktivität treibt, die er nur durchhält, indem er sich dopt.

Michael Jacksons Paranoia verstärkt in Verbindung mit seinem Größenwahn noch zusätzlich seinen depressiven Zustand: Der Star macht es sich zum Ziel, "der erste multi-Milliarden-schwere Unterhalter-Schauspieler-Regisseur" zu werden, wie er seinem Tagebuch anvertraut.

Der Sänger setzt alles an dieses Ziel: Verhandlungen für Konzerte mit dem Cirque du Soleil, für eine Zusammenarbeit mit der Sportmarke Nike, Konzertprojekte in Las Vegas. Träume, die mit seinem unerwarteten und plötzlichen Tod vor nun mehr als einem Jahrzehnt ein Ende finden.

Von Martin Gerst
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