Merkel: Diese Rolle spielt die Kanzlerin beim Impf-Debakel

Großbritannien, Israel und die USA wollen bis Frühjahr den Großteil ihrer Bevölkerung geimpft haben - in Deutschland geht dieses Vorhaben allerdings nur schleppend voran, da zu wenig Impfdosen zur Verfügung stehen würden. Jetzt stellt sich die Frage, wer für dieses Debakel verantwortlich ist...

Merkel bei der Corona-Krise
© Steffi Loos@Getty Images
Merkel bei der Corona-Krise

Kanzlerin Merkel übergibt die Verantwortung zur Beschaffung der Corona-Impfstoffe an die EU-Kommission - als Zeichen, dass Deutschland keine Alleingänge vorhabe in Krisenzeiten, wie die Bild berichtet.

Jetzt stellt sich die Frage, ob diese Entscheidung die Folge der Impfdosen-Konsequenz sein könnte, schließlich würden wir noch lange Masken tragen müssen wie Merkel bereits vermuten lässt...

Merkel will beschwichtigen und Spahn warnt vor Verzögerungen

Merkel sei es ein Anliegen gewesen, so die Bild, die Kritik anderer Länder zu entkräften, die es nach dem Auslieferungsverbot von Atemschutzmasken im Frühjahr gehagelt hatte. Dies hatte eine Auflösung der Impfallianz zur Folge.

Ein Brief, den Bundesgesundheitsminister Spahn aufgrund der Entscheidung der Kanzlerin an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen verfasst hat, soll laut Bild-Informationen beinhalten, dass der Gesundheitsminister das Verhandlungsmandat an die EU abtreten werde.

Spahn soll allerdings im gleichen Atemzug davor gewarnt haben, dass dies eine Verzögerung in der Impfstoff-Bestellung zur Folge haben könne - was eben jetzt genau der Fall zu sein scheint.

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Wurden die Impfdosen für Europa zu spät bestellt?  Nataliya Vaitkevich@Pexels

EU bestellt zögerlich die Corona-Impfstoffe

Während die USA und Großbritannien mit den Impfherstellern vorab einen Vertrag über 840 beziehungsweise 340 Millionen abschließen, kommt die EU nicht voran.

Erst Ende August vermeldet Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides einen Vertrag mit AstraZeneca über 400 Millionen Dosen. Und erst am 11. November folgt der Vertrag mit dem deutschen Hersteller Biontech. Dessen Chef Ugur Sahin zeigt sich gegenüber dem Spiegel verwundert über die zögerliche Bestellung der EU.

Kritik am Vorgehen der Bundesregierung und Drang nach Aufklärung

Das Kanzleramt hingegen weist Kritik an diesem Vorgehen bereits seit Tagen zurück und verweist statt dessen darauf, man habe "Impf-Nationalismus" verhindern wollen.

Ein Argument, das Alexander Dobrindt nicht nachvollziehen kann: "Es geht doch nicht um Impf-Nationalismus. Aber faire Impfstoffverteilung heißt auch nicht, dass man seine eigenen Interessen hinten anstellt", so der CSU-Landesgruppenchef.

EU-Abgeordnete verlangen jetzt Aufklärung über den Sachverhalt, was Kommissionschefin von der Leyen allerdings bisher mit dem Argument ablehnt, eine Offenlegung der Verhandlungen und Verträge würde die Lieferung des Impfstoffs gefährden.

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